Full text : Die Paumgartner von Nürnberg und Augsburg

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Ungarn,  der  Regentin  der  Niederlande 1 ).  Später  war  er  im
väterlichen  Geschäft  tätig,  starb  aber  schon  1542  oder  1543.
Seine  Ehe  mit  Anna  von  Stadion  war  kinderlos  geblieben.  Der
zweitgeborene  Sohn  Johann  Georg  war  geboren  um  1515.
Ihn  nahm  im  Herbst  1531  Viglius  von  Zwichem  bei  seiner  Durchreise ­
  durch  Augsburg  nach  Padua  mit  und  war  dort  in  der
Jurisprudenz  sein  Lehrer 2 ).  Johann  Georg  kam  dann  an  den
Hof  Ferdinands,  wurde  dessen  Rat 3 )  und  trat  auch  zu  Gelehrten ­
  in  Beziehung.  Er  schrieb  im  Aufträge  seines  Vaters
mehrmals  an  Erasmus  und  wurde  im  Jahre  1544  von  Cochläus
mit  der  Widmung  seiner  „Vita  Theoderici“  geehrt 4 ).  Seine
späteren  Lebensschicksale  müssen  uns  weiter  unten  noch  ausführlicher ­
  beschäftigen.  Hans  Paumgartners  dritter  Sohn
Anton  bereitete  seinen  Eltern  durch  seine  Lebensführung  schwere
Sorgen.  Er  vertrat  das  väterliche  Geschäft  eine  Zeitlang  in
Venedig.  Der  jüngste  Sohn  David  endlich  (geboren  1521)
weilte  im  Jahre  1533  noch  zu  Hause  unter  der  Obhut  des
Paumgartnerschen  Hauslehrers  Franz  Rupilius.  Im  Jahre  1537
vertraute  ihn  dann  sein  Vater  in  Padua  der  Erziehung  des  aus  Oettingen
  im  Ries  gebürtigen  Johannes  Muschler  an,  der  in  Padua  zur
Erweiterung  seiner  juristischen  Kenntnisse  sich  auf  hielt  und
daneben  als  Erzieher  von  jungen  Adeligen  tätig  war.  Die
Erziehungsmethode  Muschlers,  der  offenbar  gegen  die  Verabredung ­
  ausser  David  Paumgartner  noch  andere  junge  Leute
bei  sich  aufnahm,  konnte  jedoch  Hans  Paumgartner  nicht
befriedigen,  und  er  nahm  deshalb  seinen  Sohn  aus  Muschlers
Schule 5 ).  Wir  haben  oben  bereits  erwähnt,  wie  David  Paum-Ulrich
  Zasius  S.  293),  dem  Viglius  v.  Zwichem  verehrte  er  einen  kostbaren ­
  Ring  (Hoynck  v.  Papenbrecht:  Analecta  Belgica  I  S.  81).
1 )  Brief  des  Erasmus  an  Vergara  III  1480  F.
2 )  Viglius  v.  Zwichem  erzählt  in  seiner  Selbstbiographie  (Hoynck
v.  Papenbrecht:  Analecta  Belgica  I  S.  10  §  20),  dass  er  im  Herbst
1531  in  Augsburg  weilte.  Täglich  war  er  bei  den  Fuggern  und  bei  Paumgartner ­
  eingeladen  und  wurde  mit  Münzen,  goldenen  Ketten  und  Ringen
reich  beschenkt.  Vgl.  auch  Hoynck  v.  Papenbrecht  I  S.  81.
3 )  Familienkodex  fol.  57  a.
*)  Vita  Theoderici  regis  quondam  Ostrogothorum  et  Italiae  autore
Joanne  Cochlaeo.  Ingolstadt  1544.  Die  Widmung  trägt  das  Datum:
Ex  civitate  Eystetensi,  Quarto  Nonas  Junii  1544.  Vgl.  K.  Schottenloher: ­
  Jacob  Ziegler  aus  Landau  in  der  Pfalz.  Münster  1910  S.  352.
5 )  Dies  gab  Muschler  Anlass  zur  Abfassung  einer  dem  Anton
Fugger  und  seinem  Neffen  Johann  Jacob  Fugger  gewidmeten  Recht-9r



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