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Paumgartner und stellte es ihm als rechtes Mannlehen am
14. März zu 1 ).
Nach diesen beiden grossartigen Erwerbungen hielt Paum
gartner in den folgenden Jahren mit Güterkäufen zurück und
suchte nur durch einige kleinere Flecken und Höfe die erwor
benen Gebiete zu vergrössern und abzurunden. In das Jahr 1543
fällt dann nochmals ein grösserer Kauf durch Uebernahme
der im Breisgau gelegenen Stadt Kenzingen samt dem dazu
gehörigen Burgstall Kürnberg. Nach Ausgang der dem Herrn
von Hürnheim darauf gegebenen Pfandverschreibung sollten
diese Gebiete an Gangolf von Geroldsegg gegen Erlegung des
Pfandschillings fallen. Dieser trat dann mit König Ferdinands,
des Lehensherrn, Zustimmung seine Rechte an Hans Paum
gartner ab. Der Pfandschilling betrug 10 200 fl, die Paum
gartner an den von Hürnheim bezahlte. Ausserdem lieh er
Ferdinand noch 4500 fl auf die Herrschaft 2 ).
Im Jahre 1546 vergrösserte Paumgartner seinen Besitz
Hohenschwangau, indem er von dem Kloster Stams den grossen
Zehnten zu Kätrichshausen, Bebenhausen und Seeg um 15 000 fl
kaufte 3 ).
Am Fuss der Alpen, an der Donau, am Rhein und in Süd
tirol dehnten sich so die Güter und Herrschaften Hans Paum-
gartners aus und brachten ihrem Inhaber neue Pflichten und
Aufgaben, die dem Kaufmann bisher ferngelegen waren, die
er aber mit Geschick anfasste. Zur Verwaltung der einzelnen
Gebiete wurden Pfleger eingesetzt, die eine vielfach recht
1 ) Beschreibung des Oberamts Ehingen S. 97 u. Familienkodex
fol. 201 a ff. Die Verkaufsverhandlungen schwebten bereits im Jahre
1534. Am 16. Februar 1534 genehmigt Ferdinand, dass Paumgartner
die Herrschaft einnehme, bevor die Abrechnung abgeschlossen sei. Es
geschah dies dann im März 1534. Am 19. Juni 1534 richtete der Rat
der Stadt Augsburg an Herzog Ulrich v. Württemberg u. Landgraf
Philipp von Hessen die Bitte, sie möchten bei der Wiedereroberung des
Landes die Besitzungen Paumgartners schonen. (Augsbg. Stadtarchiv
Litt. S.)
2 ) Innsbruck, Statthaltereiarchiv: Geschäft v. Hof (1543) fol. 30,
55, 148; ferner: Albert K r i e g e r: Topographisches Wörterbuch des
Grossherzogtums Baden I Sp. 1142. Ueber die Herren von Geroldsegg
siehe Kindler v. Knobloch: Oberbadisches Geschlechterbuch I
S. 433 ff.
3 ) Steichele: Das Bistum Augsburg IV S. 534. Die Orte
liegen in der Nähe von Füssen.