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Nach Ulrich Zasius’ Tod übertrug Paumgartner seine Ver
ehrung für den grossen Juristen auf dessen Sohn Johann Ulrich.
Er liess diesen zusammen mit seinen eigenen Söhnen in Italien
studieren und sorgte auch weiter für seine Zukunft. Der junge
Zasius erwies sich des Vertrauens, das sein Gönner in ihn gesetzt
hatte, würdig. Er wurde später kaiserlicher Rat und Nach
folger Selds als Reichsvizekanzler unter Kaiser Maximilian II 1 ).
Durch Zasius’ Vermittlung suchte Hans Paumgartner die
Freundschaft des Desiderius Erasmus zu gewinnen, um sich
rühmen zu können, dass er mit dem ersten Gelehrten Europas
in Beziehung stehe. Auch hier wollte er nicht hinter Anton
Fugger Zurückbleiben, der bereits die Freundschaft des Erasmus
genoss. In einem Brief an Zasius sprach Paumgartner den
Wunsch aus, mit Erasmus bekannt zu werden und von ihm
ein Buch gewidmet zu erhalten. Doch solle der Anschein erweckt
werden, als habe Erasmus aus eigenem Antrieb und aus Be
wunderung für Paumgartner sich zu der Widmung entschlossen.
Zasius teilte Paumgartners Begehren am 6. Februar 1532 dem
Erasmus mit 2 ), worauf dieser bereits am 8. Februar an den
Augsburger Kaufherrn schrieb und ihm seinerseits seine Freund
schaft anbot 3 ). Schon vor zwei Jahren, als er einmal bei Zasius
zu Gaste gewesen, schreibt Erasmus, und von dem edlen Wein
gekostet habe, den Paumgartner dem Zasius verehrt, sei er
begeistert worden für den Spender. Inzwischen habe
ihm dann Zasius weiter in so ehrenden Worten über Paum
gartner gesprochen, dass er selbst wünschen müsse, zu ihm in
nähere Beziehung zu treten. Auf des Zasius Aufforderung
hin habe er es nun gewagt, an Paumgartner zu schreiben.
Mit Freuden nahm dieser des Erasmus Brief auf, der seiner
Eitelkeit Genüge tat, und er war eifrig bedacht, diese berühmte
Freundschaft zu pflegen und zu befestigen. Er erwiderte den
Brief und fügte als Geschenk ein Stück gediegenes Gold bei,
') Allg. deutsche Biogr. Bd. 44 S. 706. Paumgartner machte auch
für Joh. Ulr. Zasius im März 1547 den Heiratsvermittler, indem er ihn
mit der Tochter des Augsburger Kaufherrn Wolfgang Neithart zu ver
mählen suchte. R. Stintzing hat 1857 die Briefe des jüngeren
Zasius an Bonifatius Amerbach herausgegeben. In Brief 2 weiht Zasius
den Freund in diese Heiratsangelegenheit ein.
2 ) Förstemann-Günther: Briefe an Desiderius Erasmus
(Beihefte z. Zentralbl. f. Bibliothekswesen XXVII S. 197).
3 ) Erasmi opera omnia ed. Clericus T. III 1430 F.