Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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berücksichtigt  wissen.  So  z.  B.,  je  mehr  ein  Land  isoliert
sei,  desto  bessere  Garantie  biete  es  der  Existenz  des  Papiergeldes. ­
  Auch  könne  sich  das  Papiergeld  viel  länger  halten,
wo  eine  kulturelle  Rückständigkeit  mit  dem  Zutrauen  auf
die  Regierung  verbunden  sei.  Die  politische  Lage,  der
Stand  der  materiellen  Kultur  eines  Landes,  die  Moralität,
die  Verfassung  etc.  beeinflussen  in  hohem  Maße  auch  das
Papiergeldwesen.

V.  Kapitel.
Kankrins  Finanzlehre.
»Ü)ie  Staatswirtschaft  —  so  beginnt  Kankrin  den  dem
Einanzwesen  gewidmeten  Teil  seines  »Weltreichtums«  —
ist  gewöhnlich  der  Hauptantagonist  einer  wohlgeordneten
Nationalökonomie,  weil  die  Bedürfnisse  des  Staates  schon
an  sich  den  freien  Gebrauch  der  echten  Grundsätze  hemmen
und  gemeiniglich  noch  alte  böse  Einrichtungen  vorhanden
sind,  die  schwer  ausrottbar,  ihn  noch  mehr  einengen.« 1 )  Und
allgemein  seien  die  Ausgaben  der  meisten  Staaten  sehr  groß,
ja  so  groß,  daß  man  froh  sei,  wenn  »man  das  Budget  decken
kann.« 2 )  Die  Ursache  aber  dieser  Überladung  des  Budgets
mit  den  Ausgaben  sei  in  dem  »bewaffneten  Zustande
Europas«  zu  suchen. 2 )
Man  habe  »den  gefährlichen  Grundsatz  aufgestellt,  eine
Nation  müsse  das  aufbringen,  was  der  Staat  bedürfe«.  Das
sei  aber  ein  Mißverständnis,  »denn  es  kommt  darauf  an,
Was  der  Staat,  nach  den  Kräften  der  Nation  abgemessen,
wirklich  bedarf«. 2 )
Danach  teilt  Kankrin  die  Ausgaben  eines  Landes  in
drei  Teile:  1)  in  die  streng  notwendigen  Ausgaben,  welche
keiner  Verminderung  unterliegen,  2)  in  die  zu  ermäßigenden
Ö  Weltr.  129.  —  8 )  Ök.  272.
            
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