Full text : Graf Georg Kankrin in nationalökonomischer und finanzwirtschaftlicher Beziehung

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Unrechtmäßige  solcher  Koalitionen  an  sich  (allerdings)  nicht
einsehen«  könne. 1 )
Dem  Handel  gegenüber  ist  die  Stellung  Kankrins  eine
sehr  wohlwollende.  »Es  wäre  vergeblich  —  sagt  er  —
Ackerbau  und  Industrie  zu  ermutigen,  da  wo  der  Absatz
nicht  wächst;  und  die  Sorgsamkeit  der  Regierungen  wendet
sich  mit  Recht  auf  diesen  oder  jenen  Handel,  weil  das
andere  von  selbst  nachkommt.« i)  2  * )  Der  Handel  müsse  allerdings ­
  nicht  über  jedes  »Verhältnis  mit  der  Primärproduktion,
dem  Ackerbau,  und  der  sekundären,  der  Industrie«,  hinaus
begünstigt  werden.“)
Zu  einem  der  wichtigsten  Förderungsmittel  des  Handels
zählt  Kankrin  neben  den  Banken,  Börsen,  der  guten  Handelsgesetzgebung, ­
  den  Handelsgerichten  etc.,  die  Besserung
und  Erleichterung  des  Transportwesens.  Desto  merkwürdiger ­
  ist  nun  aber  die  Stellung  Kankrins  den  Eisenbahnen ­
  gegenüber,  welche  er  als  »eine  wahre  Krankheit
der  Zeit«  bezeichnet  und  für  einen  Luxus  hält,  da  sie  ja
angeblich  nicht  für  den  Warentransport,  sondern  mehr  für
denjenigen  von  Personen  taugen.  Nur  einen  Vorteil  sieht
er  daraus:  »es  werden  ungeheure  Kapitalien  totgeschlagen,
in  die  unteren  Klassen  verteilt«  und  somit  »die  große  Ungleichheit ­
  des  Reichtums  .  .  .  etwas  nivelliert.« 4  * )
Für  diese  »Ungleichheit  des  Reichtums«  nun  und  besonders ­
  für  die  Armut  der  arbeitenden  Klasse  hat  Kankrin
wirklich  immer  ein  mitfühlendes  Herz.  Er  legt  davon  mehrfach ­
  in  seinen  Werken  Zeugnis  ab.  »Der  Reichtum  wuchert
überall  auf  Kosten  der  am  wenigsten  Habenden« 6 )  —  sagt
er  einmal  in  seinen  Tagebüchern.  Nur  über  Klagen  und
i)  Ök.  93.  —  2 )  ök.  174.  —  3)  Ök.  178.
4 )  Ök.  95—97.  —  Bezeichnend  ist  auch  die  pessimistische  Stellung
Kankrins  den  Banken  gegenüber,  von  denen  er  meint,  daß  »es  vielleicht
gut  gewesen  wäre,  dergleichen  nie  einzurichten  (Ök.  152).  Übrigens
findet  er,  daß  schon  »in  der  jetzigen  Lage  der  kultivierten  Welt  solche
Anstalten  nötig  geworden  sind  (Ök  153).  —  6 )  Rtgb.  1.  44.
            
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