Object: Der Produktionsprozeß des Kapitals (1.1928)

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umreit, gingen im Mai / Inni bis ans 28 Cts. für 4 /4 und 
24 Cts. für G U zurück. 
Bald genug stellten sich auch die unausweichlichen Be 
gleiter einer wilden Spekulation ei», die Korruption ans allen 
(Gebieten. Zahlreiche Arbeitnehmer suchten bei den steten Preis 
rückgängen sich durch gewissenlose Abzüge schadlos zu halten; 
die gegenseitige Konkurrenz griff zu Mittel», die sich außer 
den Grenzen des Erlaubten bewegten; der Produzent seiner 
seits Hunderte darauf los im Bewußtsein, daß der Spekulation 
die Qualität Nebensache war; die Gebote der Geschäftsmoral 
schienen bei Arbeitgeber und Arbeitnehmer gänzlich außer Kurs 
zu sein und Alles einer völligen Anarchie entgegen z» eilen. 
Für das legitime kaufmännische Geschäft waren die Zustände 
ebenso ungesund geworden, wie für die Arbeitnehmer. Cin 
eigentlicher Auktions- und Konsignationsschwindel stellte jede 
Kalkulation auf den Kopf; man fühlte auch dort mit jedem 
Tage den Boden mehr wanken unter den Füßen. Das Ge 
fühl wurde immer allgemeiner, daß es so nicht mehr weiter 
gehen könne, wenn es nicht zu einem Krache kommen sollte, 
der bei der Bedeutung dieser Industrie zur Landeskatastrophe 
genwrden wäre. 
Der Ruf nach Abhülfe der Mißstäude ertönte zuerst aus 
dem Lager der Stickfabrikauten. Sie hatten am schwersten zu 
leiden. In Folge von Mehrspesen im Betriebe ohnehin theurer 
arbeitend als der sogenannte Einzelsticker, befanden sie sich ihm 
gegenüber noch im Nachtheile, nur beschränkt prodnziren zu 
können, weil sie sich unter dem staatlichen Fabrikgesetze mit 
der Normalarbeitszeit von 11 Stunden und dem Verbot der 
Kinderarbeit befanden, während der Einzelsticker so lauge 
arbeiten konnte und arbeitete, als ihm beliebte, und zur Mit- 
hülfe seine Familienglieder ohne Ausnahme verwenden konnte. 
Es gehörte damals, trotzdem man schon mitten in einer Periode 
andauernder schärfster Ueberproduktion sich befand, gar nicht 
zu den Ausnahmen, daß Einzelsticker täglich 15—18 Stunden 
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