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Eisenbahnen: Die Lokomotive.
Infolgedessen war auch der Koksverbrauch der „Sanspareil" ungewöhnlich groß.
Dennoch zeigte sich diese, solange sie fahren konnte, in Bezug auf Leistungs
fähigkeit der „Rakete" mindestens ebenbürtig. Ihre Dampfentwickelung war
trotz der kleineren Heizfläche
um etwa 1 / 3 größer als die
der letztgenannten Lokomotive.
Auch die „Novelty" erfüllte,
solange sie fuhr, die Be
dingungen. Sie fand wegen
ihrer zierlichen Bauart sogar
die meisten Anhänger, aber
„Rocket" allein hatte von An
fang an genügt. Ihr wurde
der Preis zuerkannt und dieser
von den Direktoren je zur
Hälfte an R. Stephenson und
an Booth ausgezahlt. —
Nach diesen Probefahrten er
setzte Stephenson die beiden
einseitigen Ausblasemün
dungen der Abdampfröhren
durch ein nach Art der „Sans-
pareil" angeordnetes Blas
rohr. Dessen Wirkung steigerte
die Dampfentwickelung so sehr,
daß die „Rakete" nunmehr
das dreifache wie vordem zu leisten vermochte. Auch „Sanspareil" und „Novelty" er
zielten später nach gründlicher Ausbesserung höhere Leistungen als am Rainhiller Tage,
wie nachstehende Übersicht lehrt.
Dampfcylinder
Gewicht
Aus ebener Strecke:
Heiz-
Rost-
ohne Tender
durchschnitt-
beförderte
Lokomotive
fläche
fläche
Durch-.
meffer
Hub
•Sag
S
(betriebs
fähig)
liche Fahrge
schwindigkeit
Wagenlast
einschl. des
Tenders
qm
qm
mm
mm
mm
kg
km
kg
s ursprünglich
12,8
0,51
203
419
1435
4572
22,2
12 954
Rocket: < mit richtigem
s Blasrohr
„
„
„
„
„
21,6
22,g
16,1
40 640
Sanspareil^ursprmrgl'ch
8,1g
©
178
457
1372
4850
14 478
60 960
Novelty: { ursprünglich
3,88
0,16
152
305
1270
2743
24,1
12,9
8128
28 956
Nach der Entscheidung der „Lokomotivschlacht", wie die Engländer gern das Wett
fahren bei Rainhill nennen, wurden seitens der Verwaltung der Liverpool-Manchester
bahn 8 Lokomotiven, darunter „Northumbrian" (S. 204), der Stephensonschen Fabrik in
Bestellung gegeben. Sie erhielten bereits eine Rauchkammer und 80 bis 90 Feuerrohre
von 51 min Weite, was die Heizfläche auf 28 gm hob. Ferner wurden die Dampfcylinder
etwas flacher geneigt, als bei der „Rakete", um die bei letzterer während einer jeden Rad
umdrehung auftretenden heftigen Federschwingungen zu ermäßigen und eine ruhigere Gang
art bei höherer Fahrgeschwindigkeit herbeizuführen, woran es jene noch sehr fehlen ließ.
Auch Hackworth arbeitete alsbald einen neuen Entwurf für eine Personcnzug-
lokomotive aus. Nach Colburn übergab er ihn am 3. März 1830 der Fabrik von
Stephenson L Co. zur Ausführung. Die Anordnung dieser Lokomotive, „Glob e" genannt,
ist für den Lokomotivbau von maßgebender Bedeutung geworden. Die Dampfcylinder
waren wage recht unter den Kessel und innerhalb der Räder gelegt, so daß die Treib-