fullscreen: Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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Außenhandel sich in der Hauptsache auf Absatzgebiete erstrecken, die 
erstens noch in den Kinderschuhen ihres Bedarfs stecken und zweitens 
den Europäer und Amerikaner heute entweder noch nicht als Absatz 
gebiet dienen, oder aber bei späterem Anwachsen des Bedarfs dennoch 
erhalten bleiben. Daß Japan also, selbst bei gesteigerter Ausfuhr 
tätigkeit, den Europäern bzw. Amerikanern Absatzgebiete wird entreißen 
können, erscheint nach der Lage der ganzen in Betracht kommenden 
wirtschaftlichen und geographischen Verhältnisse ausgeschlossen. Auch 
lehrt die Gegenwart schon, daß Europa infolge der gesteigerten Geschäfts 
tätigkeit der Japaner seinen Absatz an Waren in Japan selbst ständig 
vermehrt hat, wenn auch heute vielfach andere Waren dort Absatz finden, 
als dies vor Jahrzehnten der Fall war. Der Handelsverkehr zwischen 
Japan und Europa zeigt uns diesen Gang der Entwicklung aufs deutlichste. 
Japans Einfuhr und Ausfuhr von und nach Europa in Millionen Jen: 
Jahr 
Einfuhr 
Ausfuhr 
Mehreinfuhr 
1893 
42.2 
29.0 
13.1 
1903 
96.1 
70.3 
25.8 
Ebenso zeigt auch der Handel Europas mit China einen bedeuten 
den Aufschwung; obwohl hier Japans Absatz sich relativ weit mehr 
ausgedehnt hat, ist er doch dem Werte nach nur halb so groß wie der 
europäische Chinahandel. Es betrug 
in Millionen Taels die Einfuhr 
nach China: 
0 
1888/89 
1902/93 
Zunahme 
aus Japan 
6.2 
42.8 
36.6 
aus Europa (ohne Rußland) 
28.4 
79.6 
51.2 
Nach der Ansicht Sachverständiger dürfte es ausgeschlossen erscheinen, 
daß an dieser Situation in Ostasien irgend welche Veränderung von 
Bedeutsamkeit eintreten würde, selbst wenn Japan in der Zukunft eine 
energische Schutzzollpolitik sich zu eigen machen sollte. 
Im Laufe dieser Studie wurde bereits daraufhingewiesen, welcherlei 
vielfache Maßnahmen auf landwirtschaftlichem Gebiete infolge des Krieges 
ergriffen wurden, die für die Zukunft von dauerndem Nutzen sein werden. 
Als solche sind nochmals kurz zu rekapitulieren: die Aufforstung großer 
Distrikte, die Förderungen von Fischzucht und Viehzucht, die intensivere 
Ausnutzung der landwirtschaftlichen Nebenprodukte, die Regulierung der 
Äckerverteilung, die Urbarmachung von Ödländereien, die Verbesserung 
der landwirtschaftlichen Arbeitsgeräte, Einführung von Maschinen, Ver 
besserung der Düngemittel und des Saatgetreides, staatliche Aufsicht 
bei der Reistrocknung, Errichtung landwirtschaftlicher Versuchsanstalten, 
Erwerbs- und Wirtschaftsgenossenschaften usw. Alles dies sind Ein»
	        
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