Full text : Der russisch-japanische Krieg und die japanische Volkswirtschaft

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richtungeil  oder  Arbeiten,  bereit  Nutznießung  der  Nation  in  der  Zukunft
dauernd  gesichert  bleiben  wird.
Als  eine  der  Ursachen  zu  dem  jetzigen  Kriege  ist  japanischerseits
die  Notwendigkeit  zu  betrachten,  ihr  Wirtschaftsgebiet  und  ihren  Absatzmarkt ­
  auf  die  Mandschurei  und  Korea  ausdehnen  zu  müssen.  Nach
dem  erfolgreichen  Abschluß  des  Krieges  wird  Japan  in  diesen  beiden
Ländern  ausgedehnte  Maßnahmen  zum  Schutze  und  zur  Verbreitung
seines  Handels  in  Anwendung  bringen  müssen,  denn  der  Markt  dieser
beiden  Länder  bildet  neben  der  Frage  einer  nationalen  Existenz  das
Kampfobjekt  des  augenblicklichen  Krieges  mit  Rußland.  Japan  wird
hier  also  mit  allen  Mitteln  bestrebt  sein,  diese  Länder  völlig  unter  seinen
Einfluß  zu  bringen,  um  hier,  wenn  auch  nicht  nominell,  so  doch  in
Wirklichkeit  Herrscher  zu  sein.
Im  Interesse  des  japanischen  Staates  liegt  es  ferner,  der  Auswanderungsfrage ­
  eine  erhöhte  Aufmerksamkeit  zu  schenken.  Nur  die
ininderwertigen  Arbeiterelemeute  wird  nian  in  Zukunft  in  fremde  Länder
ziehen  lassen,  woselbst  sie  lediglich  als  Lohnarbeiter  auftreten;  die  gebildeten, ­
  besseren  und  arbeitstüchtigen  Elemente  aber  wird  man  unter
der  Leitung  hochgebildeter  Japaner  zur  Ansiedelung  in  solchen  Landesgebieten ­
  zu  bewegen  haben,  die  dem  japanischen  Mutterlande  in  Zukunft
auch  Nutzen  versprechen.  Der  jetzige  Krieg  hat  den  Blick  breiter  Volksmassen ­
  in  Japan  erweitert,  und  zudem  haben  die  Soldaten  schon  Korea  und
die  Mandschurei,  als  die  zukünftigen  ureigentlichsten  Ansiedelnngsgebiete,
durch  den  Augenschein  kennen  gelernt,  uni  unter  ihren  Angehörigen  eine
allgenieine  Kenntnis  jener  Gebiete  herbeizuführen.  Die  fundamentalen
Bedingungen  für  eine  japanische  Siedelung  sind  somit  aller  menschlichen
Voraussicht  nach  gegeben  und  zwar  eben  durch  den  Krieg,  der  die
Kenntnis  der  Siedelungsgebiete  brachte  und  die  Answanderungslust
dorthin  erhöhen  half.  Die  Mandschurei  und  Korea  bilden  die  territorialen ­
  Substrate  für  die  Ausdehnungstendenz  der  modernen  japanischen
Volkswirtschaft,  deren  Landeskinder  nicht  mehr  als  Lohnarbeiter  in
fremde  Dienste  treten  sollen,  sondern  als  Ansiedler  unter  der  sachverständigen ­
  Leitung  einsichtiger  und  erfahrener  Führer  dem  Mutterlande
von  dauerndem  Nutzen  sich  erweisen  werden.
Zwar  werden  dadurch  diese  Länder  vorwiegend  unter  japanischen
Einfluß  gestellt,  aber  die  wirtschaftliche  Entwicklung  des  eigenen  Vaterlandes ­
  innerhalb  der  letzten  vierzig  Jahre  hat  den  Japaner  gelehrt,  wie
viel  wichtiger  es  ist,  wenn  ein  Land  aus  seiner  Abgeschlossenheit  heraustritt, ­
  als  weitn  es  darin  verharrt.  Er  wird  daher  schon  aus  eigenem
Interesse  in  der  Mandschurei  und  in  Korea  die  Politik  der  offenen
Tür  für  alle  verfolgen  und  nicht  etwa  diese  Staaten  zu  einem  spezifisch
japanischen  Handelsdominiuni  abschließen.
            
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