Full text : Der Safranhandel im Mittelalter

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Schon  bei  der  Besprechung  des  toskanischen  und  Marseiller ­
  Safranhandels  war  der  starke  Safranexport  aufgefallen, ­
  der  vom  Abendland  zum  Orient  ging.  Es  fanden  sich
in  der  ersten  Hälfte  des  13.  Jahrhunderts  Kaufleute  aus
Toskana  mit  Safran  in  Syrien;  auch  von  Marseille  aus  ging
eine  lebhafte  Ausfuhr  dorthin.  Venezianer  sind  in  der
zweiten  Hälfte  des  13.  Jahrhunderts  mit  Safran  auf  dem
Weg  von  Korfu  nach  Thessaloniche  nachzuweisen  ‘).  Pegolotti
  zeichnet  den  Unterschied  zwischen  den  Safrangewichten
von  Florenz  und  Accon  auf,  und  Pasi  nennt  die  Levante  ein
gutes  Absatzgebiet  des  abendländischen  Safrans.  —  Ganz
ausgesprochen  scheint  Ägypten  auf  Safranversorgung  vom
Abendland  angewiesen  zu  sein.  Zeugnisse  dafür  ziehen
sich  durch  das  ganze  Mittelalter  von  1156—1521.  Von
Genua,  Toskana,  Marseille  aus  findet  eine  Einfuhr  statt 1  2 ).
Auch  katalonischer  Safran  kommt  nach  Marino  Sanuto  in
Ägypten  auf  den  Markt 3 ),  Besondere  Bedeutung  hatte
der  Safranhandel  nach  Ägypten  für  Venedig.  Zur  Zeit  des
päpstlichen  Handelsverbot  nach  Ägypten  versucht  der  Doge
die  Erlaubnis  vom  Papst  zu  erlangen  zur  Einfuhr  von  Metallen, ­
  Tuchen,  Safran  und  anderen  einheimischen  Waren
nach  Ägypten 4 ).  Auch  Pasi  betont,  daß  Safran  sich  in
Ägypten  gut  verkaufe.  Daß  auch  die  Inseln  des  Mittelmeers ­
  ihren  Bedarf  von  Westen  her  decken,  geht  aus  dem
Handelsbuch  Pasis  hervor.  Cypern  begegnete  uns  schon  als
Bestimmungsort  eines  Safrantransports  von  Marseille  aus
1248  s ).  Von  dorther  bewegte  sich  zur  selben  Zeit  eine  Ausfuhr ­
  nach  Marokko  und  Algerien.  Bei  Pegolotti  finden  sich
noch  Tana,  Konstantinopel,  Armenien  als  Verkaufsorte
abendländischen  Safrans.  Wir  sehen,  wie  ein  Safranexport
von  den  großen  Handelszentren  in  Oberitalien  und  Südfrank-1)

  Fontes  Rerum  Austriacarum  Abt.  II,  Bd.  13,  S.  262  f.,  X  u.XI.
2)  S.  S.  10,  13,  21.  Eman.  Piloti  Cretensis,  in  Monuments  pour
servir  a  l'histoire  des  Provinces  de  Namur,  de  Hainaut  et  de  Luxembourg ­
  VI.  1846  S.  358.
3)  C.  Port:  Essai  sur  l'histoire  du  commerce  maritime  de  Narbonne
Paris  1854.  S.  127.
4)  Heyd  II.  S.  42.

5)  S.  S.  21.
            
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