Full text : Der Safranhandel im Mittelalter

hier  dem  Safranhandel.  Im  Oktober  1477  gibt  Valencia
10  000  fl.  auf  die  Anlegung  in  Saragossa’).  1480  klagt
Saragossa,  daß  ihm  für  neue  Käufe  nur  4000  fl.  zur  Verfügung ­
  stehen 2 ).
Neben  der  Ravensburger  Gesellschaft  sind  auch  die
mit  ihr  verwandten  beiden  Gesellschaften  der  Mötteli  und
Ankenreute  im  spanischen  Safranhandel  tätig.  Die  Mötteli
splittern  sich  um  1455,  die  Ankenreute  1477  von  ihr  ab.
1479  sind  diese  3  Gesellschaften  in  Saragossa  die  einzigen
neben  Firmen  mit  spanisch  oder  französisch  klingendem
Namen  s ).  Im  April  1480  machen  die  Mötteli  größere  Einkäufe ­
  als  die  Ravensburger  Gesellschaft.  Der  Anteil  der
Ankenreute  an  derselben  Anlegung  wurde  schon  erwähnt *  4 ).
So  früh  wie  die  Bodenseestädte  sind  auch  schon  die
Nürnberger  Kaufleute  auf  spanischem  Boden  nachzuweisen.
Ein  Hermann  von  Nürnberg  kommt  neben  dem  Überlinger
im  Geleitsbrief  von  1383  vor.  Die  gleichzeitigen  Aufzeichnungen ­
  Ulmann  Stromers  belehren  auch  über  den  spanischen
Handel.  Wer  in  Barcelona  Safran  kauft,  muß  berücksichtigen, ­
  daß  auf  ein  Zentner  zwei  Pfund  Tara  gerechnet  wird.
Zwei  Arten  von  Zöllen  muß  der  Safranhändler  bezahlen:
Barceloneser  Zoll  2  d.  pro  Pfund,  Pfundzoll  4  d.  pro  Pfund.
Auch  den  Fuhrlohn  von  Barcelona  über  Avignon,  Genf,  Bern,
Konstanz  zeichnet  er  auf.  Man  erkennt  also  einen  ganz  regelmäßig ­
  organisierten  Handel,  Unter  den  Kaufleuten  des
Zollbuchs  von  Barcelona  finden  sich  als  Safranhändler  die
Nürnberger  Türbrech  5 ),  die  in  sieben  Jahren  1782  Pfund  ausführen, ­
  1446  beschwert  sich  der  Nürnberger  Magistrat  beim
Rat  von  Barcelona,  daß  den  Nürnbergern  kein  guter  Safran
geliefert  worden  sei 6 ).  —  Häbler  hält  die  Nürnberger  für
führend  in  dem  aragonischen  Safranhandel,  der  mit  Umgehung ­
  von  Barcelona  über  die  Pyrenäen  führte.  Er  erschließt ­
  das  aus  der  Tatsache,  daß  1415  vier  Nürnberger
Kaufleute  einen  Geleitsbrief  von  der  Aragonischen  Krone
ausgestellt  erhalten,  und  daß  keiner  dieser  vier  im  Zollbuch
von  Barcelona  erwähnt  wird.  Die  vier  Kaufleute  sind  Frie1) ­
  Rav.  Pap.  66.  2)  Rav.  Pap.  11.  3)  Rav.  Pap.  7.
4)  S.  S.  41.  5)  Häbler  X.  155.  6)  Häbler  XI.  28  ff,
            
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