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Das nötigt uns kurz darauf einzugeken, aus welchen Bestand
teilen nach Adam Smith der Wert einer Sache bestehen kann.
Seine Wertlehre ist leider nicht unbestritten klar. Fast all
gemein sehen wir die Anschauung vertreten, daß er die Arbeit als
einzigen Wertfaktor ansähe. Darauf stützten nicht nur die Sozia
listen ') ihr ganzes System, auch unbedingte Gegner von Kodbertus
und Marx sprechen dieselbe Annahme aus * 2 3 ), und die Worte des Adam
Smith im 5. Kapitel des ersten Teiles scheinen dem Bucht zu geben.
Sehen wir uns aber im 6. Kapitel seine Preislehre der kapitalistischen
Produktion näher an, so steigen uns doch Bedenken auf, ob Adam
Smith den Satz, daß die Arbeit der alleinige Wertfaktor sei, so un
bedingt allgemein gültig hingestellt haben will 8 ). Wie gesagt, un
zweideutig klargestellt ist die Frage nicht; wenn wir aber erwägen,
daß Preis und Wert volkswirtschaftlich auf gef aßt zusammenfallen 4 5 ),
und auch Adam Smith im 5. Kapitel des ersten Buches Wert und
Preis als wesensgleich behandelt, so möchten wir uns doch für fol
gende Auffassung der Wert- oder Preislehre des Adam Smith ent
scheiden :
In der allerersten Zeit des Tauschverkehres, wo Grund und Boden
noch nicht Privateigentum waren und die Werkzeuge leicht zu be
schaffen, war die Arbeit der einzige Wertmesser, der durch alle Zeit
räume hindurch den gleichen Wert behielt 6 ). Nach ihr wurde also
der Wert eines jeden auf den Tauschmarkt gebrachten Gutes abge
schätzt, wobei natürlich auch der verschiedene Grad der Intensität zur
Geltung kam. Als aber der Grund und Boden in Privateigentum
überging, da verlangte 6 ) sein Besitzer von demjenigen, den er auf
seinem Grundstück arbeiten ließ, einen Teil seines Lohnes als Be
zahlung für die Erlaubnis, sein Eigentum zu benutzen. Und eben
dasselbe trat ein, als sich der Stand der Kapitalisten herausbildete,
der es als Erwerbsgeschäft betrieb, andere mit den in ihrem Eigentum
*) Marx, Das Kapital, herausgeg. von Engels, Hamburg 1890: I, 13 Eußnote.
2 ) Z. B. Conrad, Politische Ökonomie 1, Jena 1907, S. 16, vgl. aber I, 333.
v. Schullern-Schrattenhofen, Die Lehre von den Produktionselementen und der
Sozialismus, in Conrads Jahrb. f. Nat. Ök. u. St. N. E. X. Bd., 1885, S. 307.
3 ) Smith, a. a. 0., I, 59: „Die Arbeit mißt den Wert . . . (der Kente und
des Gewinnes). Also ist doch nur die Arbeit nicht einziger Wertfaktor sondern
bloß Wertmesser.
4 ) Conrad, a. a. 0., I, 18.
5 ) Smith, a. a. 0., I, 41.
5 ) Ders., a. a. 0., I, 68.