Full text : Die Schweiz

Periode  im  Winter  bedeutet  eine  Zeit  strenger,  trokkener
  Kälte.  Im  Sommer  hemmt  der  scharfe  Wind
das  Wachstum  der  Pflanzen  und  trocknet  bisweilen
den  Boden  so  gründlich  aus,  daß  er  von  Rissen
klafft.  In  Südfrankreich  kennt  man  den  rauhen  Nordwind, ­
  der  durch  das  Rhonetal  htnunterfegt  und  die
Pflanzungen  schädigt,  unter  dem  Namen  Mistral.
Wenn  sich  über  dem  Alpengebiet  hoher  Luftdruck  Hochdrua-geinstellt
  (ein  Maximum),  so  beginnt  ein  langsames
Sinken  und  Abfließen  der  Luft.  Es  tritt  dann  bei
klarem  Himmel  relativ  windstilles  Wetter  ein.  Im
Winter  bildet  sich  bei  dieser  Wetterlage  das  Nebelmeer,
das  solange  über  dem  Mittelland  flutet,  als  der  hohe
Luftdruck  anhält.
Sobald  vom  Atlantischen  Ozean  her  eine  neue
Depression  anrückt,  so  erscheint  wieder  der  Föhn,  der
in  kürzester  Zeit  die  Nebeldecke  aufzehrt  und  dann  vom
feuchten  Südwestwind  abgelöst  wird.  Recht  häufig  folgen ­
  im  Winter  die  wandernden  Depressionen  rasch
nacheinander.  Bei  jeder  iviederholt  sich  das  Wechselspiel ­
  der  Winde  und  Wetterlagen:  das  verleiht  der
Witterung  der  Schweiz  vorab  für  den  Winter  den
Charakter  großer  Unbeständigkeit.
            
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