Full text : Die Schweiz

besonderer,  vom  Ausland  vernachlässigter  Zweige
des  Baumwollfaches  den  Niedergang  aufzuhalten.
Industrie'  Heute  umfaßt  das  Gebiet  der  Spinnerei  und
,fltl  Weberei  die  Kantone  St.  Gallen,  Appenzell  A.-Rh.,
Thurgau  und  Glarus,  das  Zürcher  Oberland,  und
reicht  der  Aare  entlang  bis  in  den  bernischen  Oberaargau ­
  hinauf.  Die  Glarner  Fabrikanten  betrieben ­
  Jahrzehnte  hindurch  mit  bestem  Erfolg  das
Färben  und  Bedrucken  der  Baumwollstoffe.  Sie
lieferten  Tücher  in  leuchtenden  Farben  nach  den
südeurvpäischcn  Ländern,  Schleier  und  Kopftücher
(Türkenkappen)  nach  dem  Balkan,  Sarongs,  die
Kleidung  für  die  Eingebornen,  nach  Java  und
Sumatra.  Eine  Glarner  Spezialität  find  auch
die  „Mouchoii's“,  für  die  im  Lande  selbst
noch  vielfach  die  Bezeichnung  „Fazzencttli"  gebraucht ­
  wird  (nach  dem  italienischen  fazzoletto
Taschentuch).  In  den  letzten  Jahren  ist  für  dieBaumwolldruckcrei
  wegen  des  verminderten  Absatzes  eine
schlimine  Zeit  angebrochen.  Gegenwärtig  verlegen
sich  die  Glarner  wieder  mehr  auf  die  Herstellung
feiner  Gewebe,  vor  allein  Musseline  für  Ostasien.
»u»suyr  Der  Wert  der  ins  Ausland  verkauften  Baumwollfabrikate
  (Garne  und  Gewebe)  belief  sich  1909
auf  55  Mill.  Fr.  Die  Ausfuhr  macht  etwa  2 / s
der  Gesaintproduktion  aus:  der  Rest  findet  im  Lande
selbst  Absatz.  Die  Rohbaumwolle  kommt  zum
größern  Teil  aus  den  Südstaaten  der  Union;  daneben ­
  liefert  auch  Egypten  ein  durch  Qualität  ausgezeichnetes ­
  Rohmaterial.
4.  Seidenindustrie.
Ansänge  der  Für  die  Verarbeitung  der  Seide  kommen  als
Industrie  Mittelpunkte  die  Städte  Zürich  und  Basel  in  Betracht, ­
  das  erste  für  die  Seidenstoffweberei,  dieses
für  die  Bandweberei.  1555  führten  reformierte
            
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