Full text: Die Staatsausgaben von Großbritannien, Frankreich, Belgien und Italien in der Vor- und Nachkriegszeit

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Auch für das Jahr 1926/27 hat man eine Einschränkung der Ausgaben auf allen Gebieten versucht. 
Der Hauptanteil an der geplanten Ausgabenminderung entfällt auf die beabsichtigte Einschränkung 
der Kohlensubventionen (enthalten in den Unclassified Services), die nach dem Budget des Jahres 1926/27, 
abgesehen von einer einmaligen Zahlung am Anfang des Finanzjahres, völlig verschwanden. Die wich- 
tigste Ausgabenerhöhung findet sich auf dem Gebiete des öffentlichen Unterrichts. 
Die Gestaltung der Einnahmen schließt sich sowohl für das Jahr 1925/26 wie auch für 1926/27 
durchaus an die Entwicklung der Nachkriegszeit an; für 1926/27 sind nur in Einzelheiten Erhöhungen der 
Einnahmen vorgesehen, von denen der Hauptanteil auf die Zölle und Verbrauchsteuern entfällt. Die fol- 
gende Übersicht gibt eine Gegenüberstellung der Einnahmen für 1925/26, der auf derselben Grundlage 
geschätzten Einnahmen für 1926/27 und schließlich der auf Grund der vorgesehenen Änderungen im Steuer- 
system für 1926/27 veranschlagten erhöhten Einnahmen. 
geschätzt für 1926/27 
= nach den nach der für 
Die. Nettocinaltinen effektiv für Hestehenden 1926/27 vor- 
1925/26?) Stoutrgesetzen geschlagenen 
Besteuerung 
in Millionen £ 
ZEN 103,5 107,7 108,5 
Verbrauchstenem +.....0..0770.0 134,6 134,3 141,3 
Kraftfahrzeugsteuer ..............17 1 18,0 20,1 21,6 
Erbschaftsbesteuerung ................ 61,2 66,0 66,0 
StempelsteuemM +. 24,7 25,0 25,0 
Land-, Haus- u. Bergwerksabgaben .... 1,0 1,0 1,0 
Einkommensteuer. r Kr rn 259,4 255,0 254,8 
Zuschlagsteuer (Supertax) ............ 68,5 64,5 64,5 
Kriegsgewinnsteuer ......0.......4 07. 20 2,0 2,0 
Körperschaftsteuer . 1. ET 14,7 6,5 6.5 
JT. Gesamtsteuereinnahmen rer er ee T 684,6 682,1 691,2 
POS ET RER 35,8 36,5 36,5 
Telegraphie 27.10.0000 000 ra Haren 5,6 5,6 5,6 
Telephone 16,0 17,3 17,3 
Kronländereieh vier rer Te 1,0 1,0 1,0 
Verschiedene Anleihen ........... 14,9 17,6 21,6 
Verschiedene Einnahmen: 
Ordentliche: ....4. 00er 17,3 18,6 25,6 
Besondel0. 7. Fran Pr 36,9 26,0 26,0 
If. Sonstiee Kinkünfle er hehe neh H 127,5 122,6 133,6 
Gesamteinnahmen.... 812,1 804,7 824,8 
Die Vermehrung der Zolleinnahmen ist auf die Ausdehnung der McKenna-Zölle und auf die Einführung 
der Packpapierzölle, die zusammen 750 000 £ einbringen sollen, zurückzuführen. Die Einkünfte aus den 
indirekten Steuern (Exeise) sollen um 5,5 Millionen £ gesteigert werden, und zwar erstens um 4,0 Millionen £ 
durch Verkürzung der. den Brauern zur Begleichung. der Biersteuer gewährten Kreditfrist um einen Monat 
und ferner um 1,5 Millionen £ durch die Einführung der am 1. November 1926 in Kraft getretenen Betting 
Tax (Steuer auf Wetten). Ferner soll eine Einnahmesteigerung von 1,5 Millionen £ bei der Kraftwagen- 
steuer durch Erhöhung der Steuersätze bei besonders schweren Wagen eintreten. Die Verringerung des 
voraussichtlichen Aufkommens der Einkommensteuer um 200 000 £ ist auf den die Doppelbesteuerung 
regelnden Vertrag zwischen Großbritannien und dem irischen Freistaate zurückzuführen. Der Grund für 
die Steigerung der Einnahmen aus verschiedenen Anleihen liegt in der Hauptsache in der Zinszahlung 
Frankreichs an Großbritannien in Höhe von 4 Millionen £. Die Steigerung der ordentlichen (Ordinary 
Receipts) um 7 Millionen £ ist auf die Entnahme aus dem inzwischen auf 19 Millionen angewachsenen 
Wegebau-Fonds (Road Fund) zurückzuführen. Weitere 3,5 Millionen £ erhält der Staat infolge der 
Beteiligung an den aus der Kraftwagensteuer dem Road Fund zufließenden Einnahmen. 
1) Vgl. Financial Statement 1926127 
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