fullscreen: Der Wirtschaftsbetrieb als Betrieb (Arbeit)

12 
Die Grundlagen. 
■n 
inneren Stoffnatur, des Stoffgefüges, zu verstehen ist. Hervorgegangen aus einer 
in stetiger Wechselwirkung von Bedarf und Bedürfnisbefriedigung entstandenen 
Verfeinerung der Zwecke, unternimmt es die gewerbliche Arbeit, diesen verfeiner 
ten und bis ins kleinste verschiedenartigen, oft wechselnden Zwecken die ent 
sprechenden Mittel — die Brauchbarkeiten — zur Verfügung zu stellen. 
Erhitzen, Rösten, Kochen, Verdampfen, Vergasen, Niederschlagen, Lösen, 
Trocknen, Pressen, Entspannen, Elektrolysieren u. a. sind die verschiedenen Ver 
fahren, welche der chemischen Arbeit zugrunde liegen; Apparate aller Art, Kessel, 
Blasen, Retorten, Röhren und andere offene und geschlossene Behälter, ferner 
Pumpen, Kompressoren, Kühler, Ventile, Schieber, Vorlagen, Feuerungs- und Be 
heizungsanlagen sind die Einrichtungen, die bei dieser Arbeit Verwendung finden. 
Ganz anders geartet, obwohl häufig in die chemische Arbeit übergehend, ist die 
mechanische Arbeit. Hier werden Stoffe zermahlen, zersägt, geschnitzt und zer 
schnitten, gebogen, geschlagen, verdreht und zerspant, gedrückt, geprägt, gewalzt 
und gezogen, ohne daß eine Änderung des Stoffes erfolgt und beabsichtigt ist, wenn 
gleich oft eine Erweichung und Verflüssigung, eine Erhärtung und Erstarrung bei 
diesen Bearbeitungen eintritt oder zur leichteren Bearbeitung vorgenommen wird. 
Das Werkzeug und die Maschine in ihren vielgestaltigen Abwandlungen sind die vor 
herrschenden Arbeitsmittel. Mit ihrer Hilfe werden mehr oder minder feste Stoffe 
in ihrer Form verändert, verlängert, verdünnt, verkürzt, verdickt, werden sie 
auseinandergetrennt, sinnvoll geformt und nach neuem Plan wieder zusammen 
gefügt. Lösbare und unlösbare Verbindungsmittel und Verbindungsverfahren 
bilden die Elemente aller mechanischen Arbeit; So Verschraubung, Vernietung, 
Verkeilung, Verkupplung oder Verwebung, Verknüpfung, Verzahnung, Verkettung 
oder Verklebung, Verlötung, Verschweißung. 
Ist die chemische Arbeit gekennzeichnet durch eine gewisse äußerliche Ruhe, 
die nur durch Brodeln, Zischen, Summen und aufsteigende Dämpfe die Arbeit in 
den Apparaten verrät, so ist das Bild der mechanischen Arbeit beherrscht von der 
Bewegung; Räder, Stangen, Spindeln, Schneiden, Walzen und Scheiben mit ihren 
Verbindungsteilen werden mit- und gegenläufig in Bewegung gesetzt, Formände 
rungsarbeiten durch genau vorberechnete und abgesteckte, geradlinige oder 
drehende Bewegungen von Kraft und Widerstand leistenden, mehr oder minder 
festen Körpern sind der technische Ausdruck. So entstehen aus den Rohstahl 
blöcken das Walzeisen, die Bleche, Röhren, Stangen und Drähte, die Draht 
gewebe, Drahtstifte, Nadeln, die Ketten, Federn und Seile, so in Formerei und 
Gießerei die mannigfachen Einzelteile, deren Bearbeitung und Zusammenfügung 
unsere Maschinen und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens ergeben. In 
ähnlicher Weise arbeitet auch das Textilgewerbe, das aus kurzen, biegsamen 
Fasern durch Aneinanderlegen und Zusammendrehen beliebig lange Fäden spinnt, 
welche sie durch Weben, Flechten, Koppeln und Knüpfen zu festen, unelastischen 
Geweben — den Tuchen — oder durch Wirken, Stricken und Häkeln zu losen, 
elastischen Maschenwaren weiterverarbeitet, aus denen dann das Bekleidungs 
gewerbe unsere Kleidung anfertigt oder sonstige Gebrauchsgegenstände liefert 
(Teppiche, Gardinen, Decken, Säcke, Zeltbahnen u. a.). Auch die Holzbearbeitung 
und das Baugewerbe arbeiten mit gleichen Mitteln und Verfahren, wenngleich, 
besonders beim letzteren, die menschliche Arbeit gegenüber der Maschine heute 
noch vorherrscht, was übrigens bei jedem Zusammenbau, ob Haus oder Brücke, 
Schiff oder Maschine, der Fall ist. 
Eigenartige technische Arbeit wird in den Krafterzeugungs- und Verkehrsbetrieben ge 
leistet. Sie besteht vorwiegend in der Bedienung und Wartung der benutzten Maschinen und 
Vorrichtungen, eine technische Leistung, die durch das Betreiben der technischen Hilfsmittel 
allgemein notwendig wird. Ihr Ausdruck ist der Maschinenbediener als Lokomotivführer, 
Kraftfahrzeugführer, Kranführer, Straßenbahnfahrer, als Fördermaschinist oder Maschinen
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.