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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel IV. Die auf dem Christentum beruhenden Lehren, 
583 
Diese unnatürliche Ordnung muß in ihr Gegenteil verkehrt werden. 
Ist aber nicht zu befürchten, daß an dem Tage, an dem jedermann 
arbeitet, es nicht mehr für alle genügend Arbeit geben würde? Nein, 
denn das Ergebnis wird nicht eine Vermehrung der Arbeitslosigkeit, 
sondern eine Vermehrung der Mußezeit sein: welcher Unterschied! 
3. Arbeit, die nicht mehr nach dem Gesetz des Angebotes und 
der Nachfrage, auf Grund der Gleichstellung der menschlichen Arbeit 
mit einer Ware, entlohnt wird — sondern nach der Gerechtigkeit, 
die übrigens kein geschriebenes Gesetz zu sein braucht: die Gewohn 
heit würde genügen, gerade wie sie heute genügt, um die Honorare 
des Arztes, des Advokaten, des Professors festzusetzen. Sicherlich 
gibt es auch in diesen Professionen individuelle Ungleichheiten, doch 
existiert eine Norm, und es ist gegen die professionelle Würde, oft 
ist es sogar durch die Standesvorschriften verboten, weniger anzu 
nehmen — und sogar, würde Ruskin gern anfügen, mehr anzunehmen. 
Welchen Beruf auch immer ein Mensch ausübe, sei er Arbeiter, 
Soldat oder Kaufmann, er soll nicht für seinen Gewinn arbeiten, 
sondern im Dienste der Gesamtheit. Zweifellos muß er entsprechend 
entlohnt werden, damit die Würde des Arbeiters gesichert, und die 
Arbeit selbst in gebührender Weise ausgeführt wird, aber es ist eine 
Umkehrung des wahren Verhältnisses, den Gewinn zum Zweck und 
die Arbeit zum Mittel zu machen, 
4. Die Nationalisierung aller natürlichen Hilfsquellen (Boden, 
Bergwerke, Wasserfälle) ebenso wie die der Verkehrswege. 
5. Eine soziale Hierarchie, die in Übereinstimmung mit den ge 
leisteten Diensten sich aufbaut, freiwillig anerkannt und ohne niedrigen 
Neid geachtet wird, — die Wiedererrichtung einer neuen Ritterlich 
keit, ohne die „keine industrielle Gesellschaft, ebensowenig, wie eine 
militärische Gesellschaft, leben kann“, und ein offener Kreuzzug gegen 
den elenden Mammondienst 1 ). 
6. Und vor allem die Erziehung, aber nicht nur der Unterricht; 
denn das, was vor allem gelehrt werden muß, ist die Reinlichkeit, die 
Schönheit, der Gehorsam, die Bereitwilligkeit, anderen zu dienen und 
das, dessen Erwerb vor allem anderen Not tut: „die Fähigkeiten der 
Bewunderung, der Hoffnung und der Liebe“ 1 2 ). 
Von dem ganzen Programm Ruskin’s ist bis jetzt nur der letzte 
1 ) In Übereinstimmung mit diesem Ideal organisierte Ruskin. die Gesellschaft 
„Guild of Saint-George“. 
Vgl. den vor kurzem erschienen Aufsatz des Professor Marshall, obgleich in 
v demselben Ruskin nicht erwähnt wird; The social possibilities of economic 
Chivalry (Economic Journal, März 1907). 
2 ) Als die Christian Socialists im Jahre 1864 in London Arbeiterkurse 
eröffneten, wollte Ruskin Unterricht geben, aber nicht in Volkswirtschaft oder Ge 
schichte, sondern im Zeichnen.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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