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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

708 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
düsten; durch seine Einmischung in alle menschlichen Verhältnisse, 
durch seine Gesetze, die die Handlungen der Bürger regeln, durch 
seine Beamten, die sie anwenden, durch seine Armee, die sie er 
zwingt, durch seine Gerichtshöfe, die sie auslegen, durch seine Priester, 
die die Achtung davor predigen und durch seine Professoren, die sie 
erklären und rechtfertigen, ist der Staat der vornehmste Träger der 
Ausbeutung und der Unterdrückung 1 ). Daher ist er auch für die 
Anarchisten der Erzfeind. Der Staat, sagt Bakunin, ist „die 
Summe der Verneinungen der individuellen Freiheiten aller seiner 
Glieder“. Er ist „ein unabsehbarer Begräbnisplatz, auf dem sich 
alle Kundgebungen des individuellen Lebens opfern, wo sie sterben, 
und begraben werden“. Er ist „die ausgesprochene Verneinung der 
Menschlichkeit“ 2 ). Wie Bastiat, und dies ist nicht die letzte Ana 
logie, die wir zwischen ihnen finden werden, — definiert auch 
Bakunin den Staat auf Grund der Tatsache, daß er die Macht dar 
stellt: „als die prahlende Überhebung und trunkene Narrheit der 
Gewalt“. Dadurch allein ist er das Böse an sich, denn der Zweck 
der Menschheit ist die Freiheit; die Gewalt aber ist die „ständige 
Verneinung der Freiheit“ 8 ). 
Als notwendiger Träger der Unterdrückung ist die Regierung 
auch unweigerlich der Träger der Korruption. Alles, was sie be 
rührt, verfault, und zu allererst ihre eigenen Vertreter. „Der beste, 
der intelligenteste, der warmherzigste, der reinste Mensch muß un 
bedingt in diesem Beruf verderbt werden ... Jeder, sei es politisch, 
sei es wirtschaftlich privilegierte Mensch ist ein geistig und mora 
lisch verkommenes Wesen.“ So spricht Bakunin 4 ), und für Elisee 
Reclus „ist es ein Naturgesetz, daß ein jeder Baum seine eigene 
Frucht trage, und daß die Blüten und Früchte jeder Regierung 
sprunghafte Launen, Vergewaltigungen, Wucher, Gemeinheit, Mord 
*) Auch hier hat Pboudhon das Vorbild geliefert: „Wer regiert wird,“ sagt er, 
(Idee generale de la Revolution, S. 341) „wird bei jeder Handlung, jedem 
Geschäft, jeder Bewegung aufnotiert, einregistriert, nachgezählt, taxiert, gestempelt, 
nachgemessen, rubriziert, abgeschätzt, besteuert, veranlagt, autorisiert, visiert, er 
mahnt, behindert, verbessert, eingerenkt und korrigiert. Unter dem Vorwände des 
öffentlichen Nutzens oder des Allgemeinwohls wird er gebrandschatzt, geschuhriegelt, 
eingesperrt, ausgebeutet, monopolisiert, konzessioniert, ausgesogen, mystifiziert und 
bestohlen; bei dem geringsten Widerstand, bei der ersten Klage unterdrückt, 
bestraft, begeifert, geärgert, gehetzt, angeschnauzt, totgeschlagen, entwaffnet, geknebelt, 
eingekerkert, erschossen, in Stücke gerissen, abgeurteilt, verurteilt, deportiert, geopfert, 
verkauft und verraten; und damit auch nichts fehle, wird er betölpelt, genasführt, 
beschimpft, geschmäht und entehrt. Das ist die Regierung, das ist ihre Gerechtig 
keit und ihre Moral.“ 
2 ) Bakunin, CEuvres, B. I, S. 143, 227, 151. 
3 ) Ebenda, S. 228. 
4 ) Ebenda, B. I, S. 176; B. III, S. 53.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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