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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

718 
Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit. 
alters, bis herab zu den tierischen Gesellschaften. Die meisten von 
diesen, so sagt er, hätten niemals über die natürlichen Gefahren, die 
sie bedrohen, triumphieren können, wenn sie nicht diesen machtvollen 
Instinkt des Zusammenhangs und des gegenseitigen Verständnisses 
besäßen, der auch die Grundlage jeder menschlichen Gesellschaft ist. 
Wir dürfen uns daher die anarchistische Gesellschaft nicht als 
einen Krieg aller gegen alle vorstellen, sondern vielmehr als einen 
Bund freier, selbsttätig entstandener Assoziationen, dem ein jeder zu 
jeder Zeit nach seinem Belieben beitreten, und den er ebenso ver 
lassen kann. „Diese Gesellschaft,“ erklärt Kkopotkin, „wird aus einer 
Vielheit von Genossenschaften bestehen, die untereinander für alles 
das, was eine gemeinsame Arbeit verlangt, verbunden sind. Sonder 
bünde der Produzenten für alle Arten landwirtschaftlicher, in 
dustrieller, geistiger und künstlerischer Produktion; Vereinigungen für 
die Konsumtion, die sich mit der Beschaffung alles dessen befassen, 
was zur Wohnung, zur Beleuchtung, zur Heizung, zur Nahrung, zur 
Hygiene dient, usw.; Verbände der Gemeinden unter sich, und Ver 
bände der Gemeinden mit den Produktionsgruppen; schließlich noch 
weiter spannende Gruppen, die ein ganzes Land oder sogar mehrere 
Länder umfassen, zusammengesetzt aus Personen, die gemeinsam an 
der Befriedigung derjenigen wirtschaftlichen, geistigen und künst 
lerischen Bedürfnisse arbeiten, die nicht auf ein bestimmtes Gebiet 
beschränkt sind. Alle diese Gruppen werden ihre Bemühungen auf 
Grund eines gegenseitigen Einverständnisses frei vereinigen, ... in 
der Entwicklung neuer Formen der Produktion, Erfindung und Or 
ganisation wird volle Freiheit herrschen, die individuelle Initiative 
wird angespornt und jede Tendenz zur Uniformierung und Zentrali 
sation wird bekämpft werden 1 ).“ 
Die Übereinstimmung des allgemeinen und des Privatinteresses, 
nach der die bürgerlichen Liberalen bisher vergeblich gesucht haben, 
wird in einer solchen Gesellschaft endlich auf Grund der vollständigen 
Freiheit der Individuen und Gruppen, und durch das Verschwinden 
jedes Antagonismus zwischen den Besitzenden und Nicht-Besitzenden, 
zwischen den Regierenden und den Regierten verwirklicht sein. 
Wir weisen hier nochmals auf jene Rückkehr zu dem Optimismus 
des 18. Jahrhunderts in seiner ausgesprochendsten Form hin * 2 ): dem 
Glauben an die selbsttätige Harmonie der Interessen. 
’)' Au tour d’une vie, S. 410. 
2 ) Schon Proudhon faßte das Problem wie folgt zusammen; „Eine Lebensform 
■finden, die alle politischen und wirtschaftlichen Gegensätze löst, indem sie die Ver 
schiedenheit der Interessen auf eine Einheit zurnckführt, das Wohl der Einzelnen und 
das Wohl der Gesamtheit verschmilzt und die natürliche Ungleichheit durch die Er 
ziehung zum Verschwinden bringt; eine Form, in der ein jedes Individuum in gleicher
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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