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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

Kapitel II. Adam Smith. 
71 
Lehre an und'kommt nicht dazu, sich von dem Unterschiede zwischen 
produktiver und unproduktiver Arbeit frei zu machen. Er definiert 
sie nur anders. Er nennt unproduktiv alle die Arbeiten, „die ge 
wöhnlich im Augenblick ihrer Leistung zugrunde gehen und selten 
eine Spur oder einen Wert zurücklassen, wofür ein gleiches Maß von 
Diensten später beschafft werden könnte“*). Dies sind alle die Dienste, 
denen J.-B. Say den Namen „immaterielle Produkte“ geben 
sollte, und die nach Smith die Arbeit des Dienstboten, die der Ver 
walter, des Richters, Soldaten und Priesters, der Advokaten, Ärzte, 
Schriftsteller, Musiker usw. umfassen.' Indem er in dieser Weise den 
Sinn des Wortes „produire“, auf die materiellen Gegenstände be 
schränkte, hat er einen ziemlich unnützen'Streit über die produktiven 
und unproduktiven Arbeiten geschaffen, einen Streit, den Say begann 
und Stuaet Milo wieder aufgriff und der heute zuungunsten Smith’s 
entschieden scheint, und zwar durch eine genauere Anslegung seiner 
eigenen Lehrsätze/ Es ist in der Tat klar, daß alle Dienste einen 
Teilbetrag des jährlichen Einkommens der Nationen ausmachen, und 
daß die Gesamtproduktion vermindert würde, wenn nicht besondere 
Personen sich ausschließlich damit beschäftigten, sie zu liefern. 
Aber noch besser. Nachdem Smith den physiokratischen Unter 
schied zwischen den besoldeten und produktiven Klassen kritisiert hat, 
gibt er trotzdem zu, daß die Arbeit der Handwerker und der Kauf 
leute weniger produktiv ist, als die der Pächter und landwirtschaft- 
üchen Arbeiter, denn diese, sagt er, stellen nicht nur das auf 
gewendete Kapital mit einem Profit wieder her, sondern bringen es 
s °gar zu Wege, dem Besitzer eine Rente zu zahlen 2 ). 
Woher diese Unsicherheit in den Gedanken Smith’s? Woher kommt 
diese Idee einer besonderen und höheren Produktivität der Landwirt 
schaft? Es ist interessant, ihren Gründen nachzugehen, denn sie ge 
statten, den Platz, den A. Smith in der Geschichte der National 
ökonomie einnimmt, noch genauer zu bestimmen. 
Einerseits, und was man auch immer sagen möge, hat sich Smith 
öicht vollständig dem Einfluß der Physiokraten entzogen. Er sagt 
v cn ihrem System, daß es unter allen bis dahin erschienenen der 
Wahrheit am nächsten komme 3 ). Er spricht von ihnen nur mit Ehr- 
’) Völkerreichtum I, S. 194, B. II, Kap. III- . 
*3 „Pächter und Bauern bringen freilich außer dem Vorrat, womit sie unter 
halten und beschäftigt werden, jährlich noch einen Reinertrag, eine freie Rente für 
tle u Gutsherrn hervor; und wie eine Ehe, welche drei Kinder bringt, ohne Zweifel 
Produktiver ist als eine Ehe, die deren mir zwei hat, so ist allerdings auch die Arbeit 
der Pächter und Bauern produktiver als die der Kaufleute und Gewerbetreibenden. 
■Allein das stärkere Produkt der einen Klasse macht doch die andere nicht unfruchtbar 
oder unproduktiv“ (II, S. 152, B. IV, Kap. IX). 
3 ) II, S. 154, B. IV, Kap. IX.
	        

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Die Deutsche Volksversicherung. Druck und Verlag: Vaterländische Verlags- und Kunstanstalt, 1914.
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