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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1010911953
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-20641
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Nach der zweiten durchgesehenen und verbesserten Ausgabe, herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (XXII, 828 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Alphabetisches Namenverzeichnis
  • Sachregister

Full text

72 
Erstes Buch. Die Begründer. 
furcht; der Eindruck, den sie auf ihn ansgeübt hatten, ist so stark 
gewesen, daß er sich nicht yon einigen ihrer Ideen hat freimachen 
können, auch wenn sie im Grunde genommen seiner eigenen Lehre 
widersprachen; dazu gehören die folgenden; daß es zwischen der 
Landwirtschaft und den anderen Industrien einen wesentlichen 
Unterschied gäbe, der darin besteht, daß in der Industrie und dem 
Handel keine Naturkräfte auftreten, während sie in der Landwirt 
schaft mit den Menschen zusammen arbeiten. „Niemals kann eine 
gleiche Quantität produktiver Arbeit in den Manufakturen ein ebenso 
großes Erzeugnis hervorbringen (wie in der Landwirtschaft). In 
ihnen (den Manufakturen) tut die N a t u r nichts, und der Mensch 
alles, und die Reproduktion richtet sich ja immer nach der Stärke 
der wirkenden Ursachen, welche dabei tätig gewesen sind 1 ).“ Man 
glaubt zu träumen, wenn man eine derartige Behauptung bei einem 
so bedeutenden Nationalökonomen liest. Sind denn das Wasser und 
der Wind, die Elektrizität und der Dampf keine Naturkräfte, die mit 
dem Menschen in der Industrie zusammen arbeiten? 
Aber Smith beachtet das nicht, und er wird um so mehr in 
seinem Irrtum bestärkt, da dieser ihm die Erklärung einer anscheinend 
höchst seltsamen Tatsache liefert, die später allen englichen National 
ökonomen Kopfzerbrechen machen wird: die Tatsache der Boden 
rente. Woher kommt es denn, während alle anderen Produktions 
zweige im allgemeinen einen Ertrag liefern, der gerade ausreicht, 
um die normale Entlohnung des Kapitals und der Arbeit, zu bestreiten, 
daß die Landwirtschaft außer diesen beiden Einkommen ein weiteres 
Einkommen liefert, nämlich die an den Grundbesitzer zu zahlende 
Pacht oder wie die Engländer sagen: seine „Rente“? Aus keinem 
anderen Grunde, antwortet Smith, weil „in der Landwirtschaft die 
Natur selbst mit dem Menschen arbeitet, und ihre Produkte haben, 
obgleich ihre Arbeit nichts kostet, doch ebensogut ihren Wert als die 
der kostspieligsten Arbeiter . . . Die Rente kann als das Produkt 
derjenigen Naturkräfte angesehen werden, deren Nutzung der Grund 
eigentümer dem Pächter leiht“ 2 ). Wenn A. Smith eine genaue 
') I, S. 213/214, B. II, Kap. V. 
2 ) Ebenda. Wir sehen, wie hierüber und über andere Punkte Smith gleich 
zeitig mehrere Meinungen hat. An anderen Stellen seines Buches betrachtet er die 
Rente als einen Monopolpreis und weist darauf hin, daß sie „auf andere Weise zur 
Bildung des Warenpreises beiträgt als der Arbeitslohn und der Kapitalgewinn. Hoher 
oder niedriger Lohn und Gewinn sind die Ursachen eines hohen oder niedrigen 
Preises; hohe oder niedrige Rente ist die Wirkung desselben. Gerade aus dem Grunde, 
weil hoher oder niedriger Lohn und Gewinn gezahlt werden muß, damit eine be 
stimmte Ware zu Markte komme, ist auch ihr Preis hoch oder niedrig; umgekehrt 
gewährt sie aber gerade aus dem Grunde, weil ihr Preis hoch oder niedrig ist, d. h. 
weil er viel mehr oder wenig mehr, oder gar nicht mehr beträgt, als zur Bezahlung
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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