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Die Regierung im Kampfe gegen die Sozialverischerung

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Bibliographic data

fullscreen: Die Regierung im Kampfe gegen die Sozialverischerung

Monograph

Identifikator:
1011124114
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-51731
Document type:
Monograph
Author:
Verkauf, Leo http://d-nb.info/gnd/1147997659
Title:
Die Regierung im Kampfe gegen die Sozialverischerung
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag des "Arbeiterschutz"
Year of publication:
1911
Scope:
1 Online-Ressource (48 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IV. Die Bezirksstellen und die Verwaltungskosten der Sozialversicherung
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Regierung im Kampfe gegen die Sozialverischerung
  • Title page
  • I. Die österreichischen Regierungen und die Sozialversicherung
  • II. Die Selbständigenversicherung
  • III. Die Zentralisation der Invaliden- und Altersversicherung
  • IV. Die Bezirksstellen und die Verwaltungskosten der Sozialversicherung
  • V. Die Ausschließung der Arbeiter von der Verwaltung der Sozialversicherung
  • VI. Die Verschlechterung der Unfallversicherung
  • VII. Unsere offizielle Versicherungsmathematik

Full text

36 
des Ministeriums des Innern mögen sich nun einmal erkundigen, ob man 
irgendwo rationcllerweise die strenge Scheidung in zwei Abteilungen geschaffen 
hat oder schaffen kann. Den Verkehr mit Aerzten, Apothekern re. erledigt man 
natürlich im Nebenamte am besten durch den leitenden Beamten. Die Auszahlung 
der Unterstützungen erfolgt an einem, höchstens zwei Tagen in der Woche. Die 
Ausfolgung der Behelfe ist überhaupt eine Sache von minimaler Bedeutung. 
Wo soll für diese quantitativ belanglosen Agenden eine eigene Abteilung her 
kommen ? Wollte man eine sehr gutmütige Kritik an der Regierungsvorlage üben, 
so müßte man sagen, daß in ganz Oesterreich vielleicht zwei bis drei Institute 
in Frage kommen, die in Zukunft eine solche Teilung vornehmen könnten. Diese 
Zahl wird nicht größer werden, wenn die Zwcrggebilde unter den Krankenkassen 
verschwinden. 
Die Ausführungen der Regierungsvorlage über die Höhe der Vcrwaltungs- 
kosten wie über die Durchführung der Verwaltung in den Bezirksstellen werden 
also Wohl bei allen Unbefangenen verblüffend wirken. Man wird sich mit ge 
steigertem Mißtrauen den oberflächlichen, ganz und gar nicht durchdachten 
Organisationsvorschlägen des versichcrungstechnischen Departements gegenüberstellen 
müssen. Ich selbst muß darauf beharren, daß nach dem gegenwärtigen Organisations 
aufbau die Gefahr droht, daß die Kosten der Verwaltung der Sozialversicherung 
bis zu 75 Millionen Kronen, also über ein Viertel aller Beiträge der Invaliden-, 
Kranken- und Unfallversicherung verschlingen werden, wie ich dies im Detail in 
meinem Buche „Die Sozialversicherung als OrganisationsProblem" nachzuweisen 
versucht habe. 
V. Die Ausschließung der Arbeiter von der Verwaltung 
der Soxialverftcherung. 
Warum die Arbeiter von der Verwaltung ausgeschlossen werden 
sollen. 
Neben der Zentralisation wirkt, wie ich zum Teile schon gezeigt habe, 
die Ausschaltung der Arbeiterschaft von jedem maßgebenden Einfluß in den Ver- 
sichcrungsinstituten auf die Sozialversicherung schwer schädigend. Diese Ausschaltung 
soll nicht nur bei den Bezirksstellcn, den Unfallvcrsichcrungsanstalten und der 
Invaliden- und Altcrsrentenkasse, sondern auch bei den Krankenkassen erfolgen. 
Die Regierungsvorlage begnügt sich nicht damit, das ganze Meldewesen, die Vor 
schreibung und Einhcbung der Prämien den Krankenkassen abzunehmen. Den zu 
verlässigsten Trägern der Arbciterversicherung, den versicherten Arbeitern, beläßt 
man nur scheinbar die Zweidrittelmajorität in den Krankenkassen. In Wirklich 
keit soll der Proporz auch hier durchgreifenden Wandel schaffen und jene Schichten 
zur Unterstützung der Unternehmer in den Vorstand bringen, deren sozialpolitische 
Moral bisher Alles zu wünschen übrig läßt. Das muß jede Art von Mißbrauch 
zur üppigsten Entfaltung bringen. 
Indem wir nun auch hier den wirklichen Zusammenhang klarstellen, ent 
hüllen wir den eigentlichen Anlaß des scincrzeitigcn Aufmarsches des versicherungs- 
technischcn Departements gegen die Zweidrittclmajorität der Arbeiter in den 
Krankenkassen. Den sozialpolitisch aktiven Unternehmcrschichtcn war es darum zu 
tun, auf dem Gebiete des Meldcwcscns und der Beitragseinziehung „übermäßige 
Strenge", beim Unterstützungswcscn „große Milde" auszuschließen. Man soll den 
Bctricbsinhabcrn entgegenkommen, wenn sic die gesetzlichen Vorschriften nicht zu 
genau erfüllen. Zur Kompensation soll man alle überschwenglichen sozialpolitischen 
Ideen ausschalten und den Versicherten lediglich die Mindestleistungen gewähren. 
Es ist klar, daß bei solchen Plänen mit der Gegnerschaft der Arbeiter zu rechnen 
ist. Ihren Einfluß gilt cs also vor allem auf ein möglichst geringes Maß zu
	        

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Die Regierung Im Kampfe Gegen Die Sozialverischerung. Verlag des “Arbeiterschutz”, 1911.
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