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Geld-, Bank- und Börsenwesen

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Bibliographic data

fullscreen: Geld-, Bank- und Börsenwesen

Monograph

Identifikator:
1012150852
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-27269
Document type:
Monograph
Author:
Obst, Georg http://d-nb.info/gnd/11759296X
Title:
Geld-, Bank- und Börsenwesen
Edition:
25., verbesserte Auflage
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
C.E. Poeschel Verlag
Year of publication:
1927
Scope:
1 Online-Ressource (XV, 521 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Business and Management Classics
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
Collection:
Business and Management Classics

Contents

Table of contents

  • Geld-, Bank- und Börsenwesen
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Geld und Geldsurrogate
  • Zweiter Teil. Banken und Bankgeschäfte
  • Dritter Teil. Börse und Börsengeschäfte
  • Index

Full text

29 O. GW. 25. A. 
449 
die erst später eingehen, z. B. infolge Rückzahlung einer Hypothek, kann 
man bereits vor dieser Zeit durch den Zeithandel anlegen und wird es tun, 
falls man auf eine Steigerung der Kurse rechnet. Ebenso werden auch 
häufig für den Verkäufer Gründe vorhanden sein, die Papiere erst 
später zu liefern. Er verkauft seine Papiere, um sich den Kurs zu sichern, 
an einem früheren Termin, als er das Geld braucht. Nicht zu unter 
schätzen ist die berufsmäßige Börsenspekulation. Sie ist 
volkswirtschaftlich nützlich und unentbehrlich. Diejenigen, die sie aus 
üben, haben naturgemäß in erster Linie ihr eigenes Interesse im Auge, 
verhindern aber durch ihre den Tatsachen vorauseilende Spekulation Über 
treibungen beim Eintreten dieser von ihnen vorausgeahnten Ereignisse. 
Bei ungerechtfertigt starken Rückgängen treten sie als Käufer auf und 
bewirken dadurch, daß das geschwundene Vertrauen wiederkehrt. 
Ebenso nützlich wie die Tätigkeit der Personen sein kann, die auf das 
Steigen der Kurse spekulieren (Haussiers), können es auch die Operationen 
derjenigen sein, die, ungünstige Ereignisse voraussehend, Papiere ver 
kaufen, die sie gar nicht besitzen (Leerverkäufe machen, in blanco verkaufen), 
also auf das Fallen der Kurse spekulieren (Laissisrs, Fixer) in der Er 
wartung, die Papiere später billiger wieder zurückkaufen, „eindecken" zu 
können. Die Baissespekulation (Kontermine) kann insofern sehr riskant 
sein, als von irgendeiner Seite alle an den Markt kommenden Effekten 
der betreffenden Gesellschaft usw. aufgekauft sind (corner, Schwänze), so 
daß der Fixer nicht in der Lage ist, sich einzudecken, sondern jeden von den 
Aufkäufern geforderten Preis bewilligen muß. 
An den englischen und amerikanischen Börsen werden die Haussiers „vulls" 
sStiere), die Baissiers „Bear8" (Bären) genannt, in Frankreich „ruinours" 
bzw. „contremineurs“. In Deutschland gebraucht man für die Gesamt 
heit derjenigen, die „in blaneo", „ä d(5couvert“ (ungedeckt) verkaufen, den 
Ausdruck „K o n t e r m i n e". 
Der volkswirtschaftliche Nutzen der Baissespekulation besteht 
darin, daß sie in Zeiten aufsteigender Konjunktur den Opti 
mismus etwas dämpft, indem sie auch an die ungünstigen Momente er 
innert, in Zeiten wirtschaftlichen Niederganges oder 
politischer Aufregung bewirkt, daß die Fixer sich decken, 
d. h. die einzigen Personen sind, die als Käufer auftreten und dadurch ver- 
hüten, daß die Papiere infolge des allgemeinen Mißtrauens usw. u n -
	        

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Geld-, Bank- Und Börsenwesen. C.E. Poeschel Verlag, 1927.
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