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Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

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Bibliographic data

fullscreen: Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung

Monograph

Identifikator:
1013266285
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-23296
Document type:
Monograph
Author:
Lenz, Adolf http://d-nb.info/gnd/11764000X
Title:
Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung
Place of publication:
Stuttgart
Publisher:
Verlag von Ferdinand Enke
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XVI, 315 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Kapitel. Der Kampf des wirtschaftlichen Imperialismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Wirtschaftskampf der Völker und seine internationale Regelung
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Kapitel. Der Kampf des wirtschaftlichen Imperialismus
  • Zweites Kapitel. Der Wirtschaftskrieg im engeren Sinne
  • Drittes Kapitel. Das Wesen des Wirtschaftskampfes
  • Viertes Kapitel. Die Beendigung des Wirtschaftskrieges
  • Fünftes Kapitel. Die internationale Regelung des Wettbewerbes der Völker

Full text

Der englische Imperialismus. 
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seits die Lieferung der für seine Industrie erforderlichen Rohstoffe und 
Lebensmittel gewährleistet werden. 
Wie weit eine derartige Abgrenzung der Interessensphären zu gehen 
vermag, zeigt das britisch-französische Abkommen über Zentralafrika 
vom 14. Juni 1898 (S t r u p p, 1. Ergänzungsheft 61). Darin verpflichtet 
sich jeder Yertragsteil überhaupt „jede politische Aktion“ in 
den Interessensphären des anderen zu unterlassen. Es wurde wechsel 
seitig nicht nur auf den Gebietserwerb, sondern auch auf den Abschluß 
von Verträgen, auf den Erwerb von Protektoratsrechten, ja überhaupt 
auf die Hinderung oder Bestreitung des Einflusses des anderen in dessen 
Interessengebiete verzichtet. 
Auf dieser durch den Erwerb geschlossener Einflußgebiete und Protek 
torate geschaffenen Grundlage strebt England einerseits die wirtschaft 
liche Vereinigung Ägyptens und des Sudans mit Südafrika durch eine Kap- 
Kairo-Bahn, andrerseits die Vereinigung von Indien und Ägypten durch 
die Kalkutta-Kairo-Bahn an. Es scheint sogar eine derartige Beherrschung 
aller türkischen Gebiete zwischen dem Mittelmeer, dem Roten Meer und 
dem Persischen Meerbusen geplant zu sein. Hauptwege dieser wirtschaft 
lichen und politischen Ausdehnung bilden der Seeweg durch den Suez 
kanal und der Landweg über Mesopotamien (K j eilen, Probleme 17). 
Dieser angeblich friedliche Erwerb von einzelnen Hoheitsrechten 
geht aber infolge des bald erforderlichen Schutzes des wirtschaft 
lichen Vorherrschers für private oder öffentlichrechtliche Ansprüche, 
z. B. für Darlehen seiner Banken und Bankgruppen an die Staatsober 
häupter oder Regierungen, in die Besetzung, der wirtschaftliche 
Imperialismus in den politischen, über. So haben in Ägypten be 
sonders die Vertreter der Staatsgläubiger auf gewaltsames Vorgehen 
gedrängt, und der finanzielle Zusammenbruch Ägyptens ist nicht 
nur auf die Verschwendung sondern auch auf die Bewucherung des 
Khediven durch das englische und französische Kapital zurückzuführen 
(Friedjung, Imperialismus I, 43). Dem Vorschläge des Generaladvo 
katen des englischen Staatsamtes, Stephen Cave, einen niedrigeren 
Zinsfuß bei den englischen Anleihen zu gewähren, entsprach Disraeli 
nicht, da er bereits 1875 die dem Khediven gehörigen Suezkanalaktien 
gekauft und damit dessen finanzielle Abhängigkeit begründet hatte. Im 
Wege der europäischen Finanzkontrolle ist dann die wirtschaftliche Vor 
herrschaft Englands und Frankreichs rechtlich festgelegt worden; sie 
hat schließlich zur Besetzung (1882) und zum Protektorate Englands (1914) 
geführt. 
Das Eindringen fremder Arbeits- und Kapitalskraft ruft allmählich 
eine nationale Gegenbewegung in dem wirtschaftlich unterworfenen 
Staate hervor. So war es im Jahre 1881 beim Aufstand des Arabi-Pascha 
* n Ägypten; so war es im Jahre 1899 bei der Zurückweisung der Forde-
	        

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Der Wirtschaftskampf Der Völker Und Seine Internationale Regelung. Verlag von Ferdinand Enke, 1920.
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