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Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

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Bibliographic data

fullscreen: Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland

Monograph

Identifikator:
1013744764
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-38565
Document type:
Monograph
Author:
Tuckermann, Walther http://d-nb.info/gnd/117434353
Title:
Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland
Place of publication:
Essen
Publisher:
G. D. Baedeker, Verlagshandlung
Year of publication:
1916
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 123 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
4. Die strategische Bedeutung der russischen Bahnen und die Eisenbahnpolitik in Polen. Zweigleisige Bahnen. Straßenbaupolitik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Verkehrsgeographie der Eisenbahnen des europäischen Rußland
  • Title page
  • Contents
  • 1. Geschichte der russischen Bahnen
  • 2. Der Umfang des russischen Eisenbahnnetzes und seine geographische Gliederung. Staats- und Privatbahnen in der Gegenwart
  • 3. Die Aufgaben der nächsten Zukunft, Nordbahnprojekte des Kriegsjahres 1914/1915
  • 4. Die strategische Bedeutung der russischen Bahnen und die Eisenbahnpolitik in Polen. Zweigleisige Bahnen. Straßenbaupolitik
  • 5. Verkehrsgeographie der russischen Eisenbahnen
  • Index

Full text

66 
ein größeres Netz doppelgeleisiger Linien. Viel kleiner ist es in 
Skandinavien und Dänemark, während es auf der iberischen und der 
südosteuropäischen Halbinsel fast völlig fehlt. Auch in Staaten mit einer 
größeren Verkehrsdichte, wie in der österreichisch-ungarischen Monarchie, 
in Italien, ja in der Schweiz, ist das Netz zweigeleisiger Bahnen 
kleiner als in Rußland. Reichlich 23% der Bahnen im europäischen 
Rußland sind zweigeleisig 1 ). Viele dieser Linien verdanken ihre Er 
weiterung in erster Linie strategischen Gesichtspunkten. Deshalb findet 
sich die dichteste Gestaltung zweigeleisiger Bahnen im mittleren rechts 
seitigen Weichselgebiet. Westlicher Einstrahlungspunkt ist hier War 
schau ; weitere Zielpunkte strategischer zweigeleisiger Bahnen sind 
Bjelostok, Baranowitsehi * 2 ), Kowel und namentlich Brest und Sjedlez 
(—Lukow). Daß eine Reihe von Bahnen, namentlich im Gouvernement 
Sjedlez, also unmittelbar in der Rückenlage des Festungssystems, nur 
oder hauptsächlich aus militärischen Gesichtspunkten zweigeleisig aus 
gebaut wurde, beweisen die Strecken Bjelostok—Brest, Malkin— Sjedlez, 
sowie namentlich die nur von je zwei Zugpaaren befahrenen, für den 
galizischen Kriegsschauplatz wichtigen Strecken Lukow—Lublin und 
Brest—Cholm. Die äußerst verkehrsschwache Strecke Weliki Luki— 
Polotzk der Bahn Sjedlez—Bologoje ist von vornherein zweigeleisig 
ausgebaut worden. Die Bedeutung des polnischen Kriegsschauplatzes 
beleuchtet also das zweigeleisig ausgebaute Bahnnetz in vortreff 
licher Weise. ■ 
Auch der Nordostgrenze Galiziens nähern sich zweigeleisige Bahnen. 
Sowohl die Bahn von Shmerinka nach Wolotschisk wie namentlich die 
von Sdolbunowo nach Radsiwilow besitzen tatsächlich nicht sehr große 
verkehrspolitische Bedeutung. Und doch ist die erstere Bahn bis auf 
einige 30 km von der Grenze zweigeleisig eingerichtet, und die letztere, 
die unbedeutendere, bezeichnenderweise bis zur Festung Dubno. Auch 
der zweigeleisige Ausbau der allerdings auch verkehrsgeographisch 
wichtigen Bahnen Brest—Kowel—Rowno (Festung) —Kasatin und 
Kiew—Kasatin—Shmerinka erhöht die Kriegsbereitschaft in Wolynien- 
Podolien. Wie sehr die Erweiterung mancher Bahnlinien militärischen 
Zwecken dient, ersieht man daraus, daß die beiden an die rumänische 
Grenze führenden Bahnen Bender—Kischinew—Ungeni und Bender— 
Reni mit Ausnahme einer kurzen Strecke noch eingeleisig sind. Man 
schien eben, der Bedeutung eines Kriegsschauplatzes in Rumänien und 
auf dem Balkan nicht mehr gerecht werden zu brauchen und die Bahn 
J ) Im Jahre 1889 waren es 15,7%. In manchen Jahren, in denen die Er 
weiterung des Bahnnetzes ganz geringfügig war, war die Legung zweiter Geleise 
verhältnismäßig umfangreich. So erhielt 1891 das Bahnnetz eine Vermehrung 
von nur 123 Werst, dagegen wurden 1223 Werst zweite Geleise gelegt, 
2 ) In Baranowitsehi an der Alexanderbahn sind drei Eisenbahnbataillone 
stationiert.
	        

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Verkehrsgeographie Der Eisenbahnen Des Europäischen Rußland. G. D. Baedeker, Verlagshandlung, 1916.
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