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Tote und lebendige Wissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Tote und lebendige Wissenschaft

Monograph

Identifikator:
1016561377
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-85201
Document type:
Monograph
Author:
Spann, Othmar http://d-nb.info/gnd/118615904
Title:
Tote und lebendige Wissenschaft
Edition:
Zweite, stark vermehrte und durchgesehene Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
XV, 172 Seiten
Digitisation:
2019
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Tote und lebendige Wissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Die vier Grundgestalten der Wirtschaft
  • Tausch und Preis nach individuallistischer und universalistischer Auffassung
  • Die Ausgliederungsordnung der Wirtschaft und ihre Vorrangverhältnisse
  • Bemerkungen zu Max Webers Soziologie
  • Index

Full text

Die Gesellschaft und alles, was in ihr enthalten ist (sohin 
auch die Wirtschaft) ist ein Geistiges, kein Materielles. Als 
Geistiges ist sie Ganzheit und nicht Summe oder Haufen 
von getrennten Einzelheiten, daher nicht Mechanismus, nicht 
Atomhaftes; daher auch nicht ein von mechanischen Gesetzen 
der Ursächlichkeit Beherrschtes, sondern ein von den Gesetzen 
der Gliederung, der zweckgültigen, teleologischen Ordnung 
Beherrschtes. 
Sind Wirtschaft und Gesellschaft nichts Außeres, Fremdes, 
Stoffliches, liegt vielmehr in ihnen das Innere unserer eigenen 
menschlichen Natur ausgebreitet vor uns, so ist jede gesell 
schaftswissenschaftliche Untersuchung ein Streifzug in den 
objektiven Geist des Menschen, jede Gesellschaftswissenschaft 
innere Mit-Wissenschaft der menschlichen Seele, des objekti 
vierten Geistigen, des objektivierten menschlichen Wesens. Geist 
und Seele können nie als stückartig Zusammengesetztes, als 
Häufung von Einzelnem begriffen werden, sondern Einssein, der 
Blitz der Ganzheit ist nötig, um das Einzelne zu ergreifen. 
Zum Gliede muß alles Einzelne durchaus werden, soll es 
aus seinem Fürsichsein, aus seiner Getrenntheit und Nichtig 
keit erhoben und in das allein wahrhaft seiende Dasein der 
Ganzheit umgeschaffen werden. Dies allein ist das Grund 
legende, ist die Ur-Aufgabe aller gesellschaftlichen Wissenschaft: 
zu begreifen, was Ganzheit sei, und welcher vollkommene 
Gegensatz bestehe zwischen jenem Verfahren, das aus einzelnen 
Stücken ein (scheinbares) Ganzes zusammen-stellen und jenem 
anderen, dem Ganzheit ein Erstes, das Erstwesentliche, Unab- 
leitbare (Primäre), alle Einzelheit dagegen nur abgeleiteter, 
gliedlicher Teil ist. Das erstere Verfahren ist Stückwerk im 
buchstäblichen Sinne dieses Wortes und möchte sich dennoch 
vermessen, die wahre lebendige Ganzheit des pulsierenden, 
hervorbringenden Lebens zu erklären. Es ist das individuali 
stische, mechanistische, atomistische, ursächliche Verfahren und
	        

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Tote Und Lebendige Wissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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