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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Monograph

Identifikator:
102659555X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-82920
Document type:
Monograph
Author:
Fisher, Irving http://d-nb.info/gnd/118533541
Title:
The nature of capital and income
Place of publication:
New York
Publisher:
The Macmillan Company
Year of publication:
1923
Scope:
XXI, 427 Seiten
Digitisation:
2019
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Part IV. Summaries
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

150 
Statistik. 
QRQ9 
Klassen gewaltig stieg. Die Gelder wurden vom Ausland zurück- 
gezogen, und infolge der Milliardenzahlung Frankreichs tilgten die 
deutschen Regierungen in großer Ausdehnung ihre Schulden, so daß 
Geld im Ueberflusse vorhanden war. So wirkten hohe Preise mit 
Geldüberfluß und Unternehmungslust zusammen, um überall neue 
Fabrikanlagen aus der Erde wachsen zu lassen, besonders in Form von 
Aktiengesellschaften. Infolge des Hinströmens der Leute in die Städte 
entwickelte sich eine ausgedehnte Bauwut, die große Summen und 
viele Arbeitskräfte in Anspruch nahm. Um all diese Unternehmungen 
zu unterstützen, wurden dann noch große Bankunternehmungen, Ge- 
werbebanken auf unsicherer Basis, gegründet. Das Publikum nahm 
die massenhaften Aktien, die auf den Markt geworfen waren, kritiklos 
auf und gab sich einer extremen Spekulation und Kurssteigerung hin, 
die weit über das richtige Maß hinausging. Man rechnet, daß in 
Deutschland von Mitte 1870 bis 1873 958 Aktiengesellschaften mit 
3600 Millionen Mark gegründet wurden. Aber die gleichen Erschei- 
nungen zeigten sich auch, wenn auch vielleicht nicht in dem gleichen 
Maße, in Oesterreich, England und den Ver. Staaten von Nordamerika, 
wo überall die Gründung von Aktiengesellschaften, und damit die Aus- 
dehnung der Fabrikation, in übertriebenem Maße vor sich ging. In 
Oesterreich waren in circa 5 Jahren 682 Aktiengesellschaften mit 
21/, Milliarden Gulden ins Leben gerufen, und die Weltausstellung von 
1873 hatte zu übertriebenen Hoffnungen und zu weitgehenden Bau- 
spekulationen Anlaß gegeben. Am 3. Mai 1873 brach plötzlich an 
der Wiener Börse eine allgemeine Panik aus, die einen jähen Sturz 
aller Kurse zur Folge hatte, der sich sofort, wenn auch in abge- 
schwächter Weise auf die anderen Länder übertrug. 
Der Kursverlust wurde in Oesterreich allein auf 300 Millionen 
Gulden, in Deutschland auf mehr als eine halbe Milliarde Mark ver- 
anschlagt und riß nicht nur sofort eine große Zahl von Börsen- 
spekulanten und neuaufgetauchten Banken zu Boden, sondern auch eine 
bedeutende Zahl von industriellen Aktiengesellschaften und soliden 
Firmen in den verschiedensten Branchen. Denn es stellte sich sehr 
bald heraus, daß durch das Zusammenwirken aller in Betracht kommenden 
Länder weit mehr Waren produziert waren, als konsumiert werden 
konnten, so daß der Preis derselben mehr und mehr zurückgehen 
mußte und schließlich unter die Produktionskosten sank, so daß die 
Schließung einer großen Zahl Etablissements und die Einschränkung 
der Produktion der übrigen notwendig wurde. War zur Zeit des Auf- 
schwunges eine allgemeine Nachfrage nach Arbeitskräften vorhanden 
gewesen, die durch die Inaussichtstellung bisher nicht gekannter Löhne 
massenhaft vom Lande in die Städte gezogen wurden, so nahm jetzt 
die Arbeitslosigkeit gewaltige Dimensionen an und brachte bittere Not 
in weite Kreise der unteren Schichten der Bevölkerung, 
Dieser Zustand hielt nun Jahre hindurch an. So akut die Krisis 
begann, so schleichend war ihr weiterer Verlauf, und erst Ende der 
siebziger Jahre trat ein neuer, wenn auch nicht erheblicher, Auf- 
schwung ein. 
Nur Frankreich war von den in Betracht kommenden Ländern 
von der Krisis verschont geblieben, weil man dort noch Jahre lang 
beschäftigt gewesen war, die durch den Krieg verursachten Schäden 
auszugleichen, und man daher noch wenig zur Spekulation geneigt war. 
Es holte dieses einigermaßen nach durch die Krisis von 1882. die
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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