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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Drittes Buch. Der Liberalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II, Höhepunkt und Niedergang der klassischen Schule. Stuart Mill. 381 
Wir können die Volks Wirtschaftler dieser Periode nicht alle einzeln 
studieren 1 ). Es gibt unter ihnen jedoch einen, dem man nicht den ihm 
gebührenden Platz in der Geschichte der Doktrinen gegeben hat, und der 
doch sowohl die Vorzüge, wie die Fehler der klassischen Schule am aus 
geprägtesten in sich vereinigt: nämlich Nassau Senior 2 ). Er löste die 
Nationalökonomie von jedem Kompromiß mit den sozialistischen Systemen 
oder Reformen los und stellte sie außerhalb jeder moralischen oder gefühls 
mäßigen Ordnung. Indem er sie auf eine kleine Zahl unveränderlicher 
Grundprinzipien, aus denen man alles andere ableiten kann, zurückführte 
(vier schienen diesem neuen Euklid zu genügen 3 )), hatte er den Ehrgeiz, 
aus der Nationalökonomie eine exakte Wissenschaft zu machen. Er war 
daher einer der Begründer dessen, was wir heute unter „reiner Ökonomik“ 
verstehen. 
Nassau Senior führte in die Nationalökonomie ein Element ein, 
von dem bis dahin noch nicht die Rede gewesen war, die „Abstinenz“ — 
das Sparen, wenn man so will, aber das Wort Senior’s ist energischer 
un d genauer. Weshalb brachte er dieses neue Wort auf? Die Abstinenz 
kann keinen Reichtum schaffen? Allerdings nicht, sagt Senior, aber 
Sle schafft wenigstens einen Anspruch auf Entlohnung, denn sie schließt 
e m Opfer ein, eine Mühewaltung, gerade wie die Arbeit. Bis dahin war 
( ^s Einkommen aus Kapital von den drei großen Einkommenskategorien 
das am wenigsten gerechtfertigte, denn Ricardo hatte es nur indirekt 
er klärt, indem er es als eine Art Rest darstellte, der übrig bleibt, wenn 
ma n den Lohn abzieht (s. o. S. 174). Man hielt es für selbstverständlich, 
daß das Kapital, genau wie die beiden anderen Produktionsfaktoren, ein 
® e cht auf Entlohnung habe. Weshalb das? Mit welchem Rechte kann 
James m lr sc ^ lon unmittelbaren Schüler Ricardo’s, Mac Culloch und 
W AK , ILL a,1 « ( Jührt. Wir zitieren noch die Namen von Robert Torrens und Gibbon 
ft* 1 * : J (;r letztere machte eine bemerkenswerte Anwendung der Theorien 
N ° s au l d‘ e Kolonisation in einem System, das lange Zeit hindurch unter seinem 
ncn berühmt blieb. 
Natioi! |^V) SSAU Senior hatte während eines Teiles seines Lebens die Professur für 
Sesehaff Ö ^ onomie 111 Oxford inne, die 1825 als die erste in England unter diesen Namen 
1R27 .1 k wor den war. Vorlesungen über verschiedene Gegenstände wurden von 
I835 | f S e ( r ? nnt veröffentlicht, und eine Auswahl dieser Vorlesungen erschien 
del’p 11 lranz ö s ' sc her Übersetzung unter dem Titel: Prineipes fondamentaux 
of po'-^ie politique. Vollständig findet sich seine Lehre jedoch in An Outline 
Und sn'f 1Cal Economy, zuerst 1836 in der Encyclopedia Britannica veröffentlicht, 
faden ™ ter a * s kleines Buch herausgegeben, das als der erste volkswirtschaftliche Leit- 
angesehen werden kann. 
MaxjjJ ü ' cse vier Grundsätze sind: 1. Das Prinzip, daß das Individuum immer das 
s Pater T' < er Befriedigung durch das Minimum der Anstrengung sucht: das was man 
J. das d aS hedonistische Prinzip genannt hat; 2. das der Bevölkerungsvermehrung; 
nicht v" sf j e 'g en( len Produktivität der Industrie; 4. das des sinkenden oder wenigstens 
Mhältnismäßigen Bodenertrags in der Landwirtschaft.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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