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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel III. Der Marxismus. 
517 
Wenn er aber zu jeder Zeit bestanden hat, so wird er doch nicht immer 
bestehen bleiben. Der Klassenkampf, dessen Zeugen wir sind, und hierin 
Hegt das tragische Interesse, wird der letzte sein, weil die Herrschaft 
des Kollektivismus, „indem sie gerade die Bedingungen aus der Welt 
schafft, die den Antagonismus der Klassen herbeiführen, auch die Klassen 
selbst zum Verschwinden bringen wird“. Nebenbei möchten wir bemerken, 
daß diese Prophezeiung nicht einer starken Dosis jenes utopistischen 
Optimismus entbehrt, den die Marxisten mit solcher Entrüstung unseren 
alten französischen Sozialisten vorwerfen. 
d) Zum Schluß unterscheidet sich der Marxismus von den meisten 
der früheren sozialistischen Schulen durch einen klar ausgedrückten 
revolutionären, oder wie man manchmal sagt, katastrophalen 
Charakter. Schon das Wort „Klassenkampf“, seine Devise, drückt dies 
klar genug aus. Wenn man daran denkt, daß dieses Beiwort „revolutionär“ 
von den Marxisten gerade auf die Handlungsweise der Bourgeoisie an 
gewendet wird, so wird man empfinden, daß man es hier nicht ganz und 
gar in dem gewöhnlichen Sinne gebrauchen darf. — 
Die Revolution wird in der Beseitigung der besitzenden Klasse durch 
die Arbeiterklasse bestehen, aber diese Ausschaltung bedingt keineswegs 
die Guillotine, nicht einmal Straßenkämpfe. Sie kann ganz friedlich durch 
geführt werden: — sei es auf politischem und gesetzlichem Wege, wenn die 
Arbeiterklasse die Majorität in den Parlamenten erlangt, ein Geschehnis, 
das durchaus im Bereich der Möglichkeit zu hegen scheint, da sie ja schon 
die Mehrheit der Wählermassen, wenigstens in den Ländern mit allgemeinem 
Stimmrecht, hinter sich hat; — sei es auf wirtschaftlichem Wege, wenn 
z - B. die Arbeitergenossenschaften dazu gelangen, alle wirtschaftlichen 
Dienste direkt zu organisieren, und den Kapitaüsmus als leere Schale 
liegen zu lassen 1 ). 
Auch kann das Ende, die Katastrophe, in einer anderen Art und Weise 
Antreten, die sogar von den Marxisten als die wahrscheinlichste betrachtet 
w ird und zwar unter der Form einer wirtschaftlichen Krisis, in der der 
Kapitalismus untergehen wird, einer Krisis, die geradezu die notwendige 
Folgeerscheinung der kapitalistischen Ordnung ist, so daß er in einer Art 
Selbstmord, in „Selbstzerstörung“ endet. Wie wir gesehen haben(S.507f.), 
spielen die Krisen eine recht große Rolle in der marxistischen Lehre. 
S( hcidung, denn für die Saint-Simonisten waren die Arbeitgeber, die Bankiers usw., 
ebenso und noch vielmehr Arbeitende, als die Arbeiter (vgl. oben, Saint-Simonismus, 
s - 249). 
1 heute in Frankreich der erste dieser beiden Wege (die 
Gewalt) durch das, was man den Socialisme unifie 
r zweite (die direkte wirtschaftliche Beeinflussung außer- 
I ‘ alb jeder “politischen Handlung), durch den parti syndicaliste und hauptsächlich 
ÜUr ch die Confdddration G6n6rale du Travail (siehe unten, S. 525ff.). 
J ) Wie man weiß, 
Eroberung der öffentlicl 
Uennt, vorgestellt- — ,in
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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