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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Viertes Buch. Die Abtrünnigen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

520 
Viertes Buch. Die Abtrünnigen. 
Was die Grundtheorie anbelangt, die des Arbeitswertes, so ist sie 
heute von den meisten der Marxisten verlassen worden, die sich mehr 
und mehr zu der Theorie „des Grenznutzens“ oder zu der des „wirtschaft 
lichen Gleichgewichtes“ bekennen 1 ). Trotz seinem Bekenntnis zum Arbeits 
werte sah sich Karl Marx selbst beständig dazu gezwungen, als selbst 
verständliche Folgerung oder sogar ganz ausdrücklich 1 2 ) zuzugeben, daß 
der Wert von Angebot und Nachfrage abhänge, — wobei wir besonders 
auf das hinweisen, was wir weiter oben über die Höhe des Profits gesagt 
haben. Nachdem er den Arbeitswert als Axiom an die Spitze seines ersten 
Bandes gestellt hat, führt er ihn in den folgenden nur als eine Art schema 
tischer Ausdrucksweise an, um so das Verständnis der Tatsachen zu er 
leichtern. 
Da aber in der Beweisführung von Marx die Theorien der Mehr 
arbeit und des Mehrwertes nur Folgerungen aus dem Prinzipe des Arbeits 
wertes sind, so folgt daraus, daß der Zusammenbruch dieses ersten Prinzipes 
auch die beiden anderen hinfällig macht. Wenn die Arbeit nicht not 
wendigerweise den Wert schafft, oder wenn der Wert ohne sie geschaffen 
werden kann, so beweist nichts, daß die Arbeit notwendigerweise einen 
Mehrwert erzeugt; und folglich auch nicht, daß der Profit des Kapitalisten 
in nichtbezahlter Arbeit besteht. Allerdings antworten die Neo-Marxisten, 
1 ) Der italienische Syndikalist Arthur Labriola (Revue Socialiste, 1899, 
Bd. I, S. 674) schreibt: „Während wir Marxisten es uns sauer werden ließen, den Mantel 
des Meisters zu flicken, um ihn uns umzuwerfen, hatte die volkswirtschaftliche Wissen 
schaft täglich Fortschritte gemacht . . . Man vergleiche, Kapitel um Kapitel, das 
„Kapital“ von Marx und die „Principles of political Economy“ von Marshall; inan 
wird daraus ersehen, wie Probleme, die wenigstens hunderte von Seiten im Kapital 
beanspruchen, bei Marshall in einigen Zeilen gelöst werden.“ B. Croce (Materialismo 
storico ed Economia marxistica, 1900, S. 106) schreibt: „Was mich anbelangt, 
so bleibe ich fest bei der wirtschaftlichen Konstruktion der hedonistischen Schule . • • > 
doch befriedigt das nicht meinen Wunsch nach einer soziologischen Aufklärung über 
den Profit des Kapitals, und diese Aufklärung ist ohne die vergleichenden Betrach 
tungen, die uns Marx vorschlägt, unmöglich.“ 
Endlich sagt Sorel (Saggi di critica del marxismo, 1903, S. 13): „E s 
ist notwendig, jede Anwandlung, den Sozialismus zur Wissenschaft zu machen, auf 
zugeben.“ 
2 ) Besonders in der von Bernstein angeführten Stelle: „Es ist in der Tat das 
Gesetz des Wertes, daß nicht nur auf jede einzelne Ware nur die notwendige Arbeits 
zeit Verwandt ist, sondern daß von der gesellschaftlichen Gesamtarbeitszeit nur das 
nötige proportionelle Quantum in den verschiedenen Gruppen verwandt ist. Denn 
Bedingung bleibt der Gebrauchswert . . . Das gesellschaftliche Bedürfnis 
d. h. Gebrauchswert auf gesellschaftlicher Potenz erscheint hier bestimmend für die 
Quota der gesellschaftlichen Gesamtarbeitszeit, die den verschiedenen besonderen 
Produktionssphären anheimfallen.“ (Marx, Das Kapital, Bd. III, 2, S. 175—176) -y" 
und Bernstein fügt hinzu: „Dieser Satz allein macht es unmöglich, sich über die 
GossEN-BöHM’sche Theorie mit einigen überlegenen Redensarten hinwegzusetzen. 
(Die Voraussetzungen des Sozialismus und die Aufgaben der Sozial 
demokratie, Stuttgart 1904, S. 42, Anm. 2).
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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