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Inflation und Geldentwertung

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Bibliographic data

fullscreen: Inflation und Geldentwertung

Monograph

Identifikator:
1029439745
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-72099
Document type:
Monograph
Author:
Prion, Willi http://d-nb.info/gnd/101278861
Title:
Inflation und Geldentwertung
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Verlag von Julius Springer
Year of publication:
1919
Scope:
1 Online-Ressource (126 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Inflation und Geldentwertung
  • Title page
  • Contents
  • Erster Teil. Die Finanzwirtschaft während des Krieges unter dem Gesichtswinkel der Inflation und der Preise
  • Zweiter Teil. Finanzielle Maßnahmen zum Abbau der Preise

Full text

26 
Die Finanzwirtsohaft während des Krieges nsw. 
Nicht kann der Beweis für das Bestehen einer Inflation aus 
der Beanspruchung der Darlehnskassen erbracht werden. Der 
Darlehnsbestand der Darlehnskassen betrug: 
Ende 
1914 . . 
1,315 Milliarden Mark 
J? 
1915 . . 
• 2,348 
5? 
1916 . . 
• 3,407 
>? 
1917 . . 
. 7,689 
J J 
1918 . . 
• 15,621 
Die besonders in den letzten beiden Jahren stark ansteigenden 
Vorschüsse der Darlehnskassen sind lediglich ein Zeichen dafür, 
daß nicht genügend flüssige Geldkapitalien zur Verfügung standen, 
um die Nachfrage danach (in der Hauptsache von seiten der öffent 
lichen Körperschaften) zu befriedigen. Die Vorschüsse bedeuten 
nicht, daß diese flüssigen Geldkapitalien samt und sonders fehlten. 
Zum Teil wurden sie von ängstlichen Leuten in Bargeld thesauriert, 
zum Teil waren sie als Kassenbestände und Giroguthaben bei den 
Banken und der Reichsbank gebunden. Die Vorschüsse bei den 
Darlehnskassen zeigen nur den Betrag der Vermögensstücke an, 
die abseits der Banken lombardiert worden sind. 
Wie bei den Noten der Reichsbank, ebenso unzulässig ist es 
zu sagen, daß der Umlauf an Darlehnskassenscheinen das sichtbare 
Zeichen dafür sei, daß in Deutschland eine Inflation herrsche. 
Sogar die Auffassung ist vertreten worden, daß — wenn auch nicht 
der Notenumlauf der Reichsbank, so doch — zum mindestens der 
Umlauf an Darlehnskassenscheinen auf Inflation zurückzuführen 
sei 1 ). Auch diese Auffassung ist unhaltbar. Genau wie die Reichs 
banknoten, passen sich die Darlehnskassenscheine dem Ver- 
kehrsbedarf an. Ursprünglich wurden sogar die Darlehen bei den 
Darlehnskassen in Noten der Reichsbank ausbezahlt und die Dar 
lehnskassenscheine zurückbehalten. Um das Anwachsen des 
Notenumlaufes zu hindern, und weil der Verkehr große Mengen 
kleiner Scheine verschlang, ist später von diesem Verfahren ab 
gegangen worden. Zur Förderung des bargeldlosen Zahlungs 
verkehrs werden in neuerer Zeit nach Möglichkeit alle Darlehen 
J ) Lief mann a. a. 0. S. 155: Die Darlehnskassenscheine, eine unter allen 
Umständen falsche Geldschöpfung . . . 
Man kann zwischen den Noten der Reichsbank und dem Papiergeld der 
Darlehnskassen keinen wirtschaftlich begründeten Unterschied machen. Beide 
Papiergeldarten sind die Folgen der Kreditaufblähung; sie sind beide Symptome 
der gleichen volkswirtschaftlichen Krankheit.
	        

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Inflation Und Geldentwertung. Verlag von Julius Springer, 1919.
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