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Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

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Bibliographic data

fullscreen: Encyklopädie der Rechtswissenschaft (Bd. 2)

Monograph

Identifikator:
1737995603
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-113493
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Title:
Principes d'économie politique
Edition:
25 éd.
Place of publication:
Paris
Publisher:
Sirey
Year of publication:
1926
Scope:
IV, 702 Seiten
Digitisation:
2020
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Livre III. La répartition
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwickelung der Fabrikindustrie im lateinischen Amerika
  • Title page
  • Contents
  • I. Geographische Verhältnisse
  • II. Geschichtliche Verhältnisse
  • III. Ethnologische Verhältnisse
  • IV. Wirtschaftliche Entwicklung
  • V. Finanzwirtschaft
  • VI. Industrie
  • Schluß
  • Anlage. Darstellung einzelner Länder
  • Inhaltsverzeichnis: Darstellung einzelner Länder

Full text

Wirtschaftliche Entwickelung. 
3, Gewerbe. 
War in den einleitenden Betrachtungen zu diesem Ab- 
schnitt auch das Gewerbe als einer der kapitalbildenden 
Faktoren für die europäische Großindustrie bezeichnet worden, 
SO. fehlte im lateinischen Amerika dieser Zweig menschlicher 
Erwerbtstätigkeit fast ganz. Wir sehen in Europa den Ge- 
werbeileiß aufs engste mit den aufblühenden Städten ver- 
knüpft, in deren Mauern von einem zahlreichen tüchtigen 
Handwerkerstand die zahllosen Waren verfertigt wurden, die 
zur Befriedigung der Bedürfnisse der einheimischen Bevölke- 
rung an gewerblichen Erzeugnissen dienten, oder von dem 
Kaufmann als Handelsartikel weit über die Grenzen. des 
Erzeugungsortes oder -landes verbreitet wurden. Wie sollte 
aber im lateinischen Amerika dieser für die wirtschaftliche 
Entwickelung eines Landes unentbehrliche Stand sich ent- 
wickeln? | Was bei der Eroberung, also zur Zeit einer hohen 
Blüte des europäischen Gewerbes, dort vorgefunden wurde, 
war die einfachste und ursprünglichste indianische Hausin- 
dustrie. Nur bei den Azteken und Inka wurde eine hoch 
entwickelte gewerbliche Kunstfertigkeit vorgefunden, aber mit 
dem Untergang dieser Stämme ging auch ihr Gewerbe ver- 
loren, das sich übrigens weniger auf eine sehr ausgedehnte 
Herstellung‘ von Gebrauchsgegenständen, als auf eine Art 
von Kunstgewerbe erstreckte, dessen Erzeugnisse bei dem 
kulturellen Tiefstande der umwohnenden Stämme auf eine 
rein Örtliche Verbreitung beschränkt blieben. Da also in der 
einheimischen Bevölkerung kein Sinn für die Herstellung von 
Gebrauchsgegenständen zur Verbesserung der eigenen Le- 
benshaltung und noch weniger für die Herstellung solcher 
Gegenstände über das eigene Bedürfnis hinaus zu Erwerbs- 
zwecken vorhanden oder zu wecken war, hätten die Europäer 
die Träger der Gewerbeausübung werden müssen und dazu 
in den sich allmählich zu Städten auswachsenden Ansiedelungen 
auch Gelegenheit gefunden.! Allein hier fehlte gleichfalls der 
Sinn für eine solche mühevolle und nicht raschen Gewinn 
bringende Tätigkeit. Was nach Amerika kam, waren neben 
den Soldaten meist Abenteuerer, ihr Zweck war, teilzunehmen 
an dem märchenhaften Reichtum der eroberten Länder und 
nicht die‘ Fortsetzung des .kleinbürgerlichen Erwerbslebens 
der Heimat. Nebenbei hätte es aber auch der habgierigen 
Kolonisierungsweise widersprochen, wenn die neuerworbenen 
Gebiete in gewerblicher Beziehung eine gewisse Unabhängig- 
keit von den Mutterländern erreicht hätten. Die Kolonien 
69 
De 
3
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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