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Holländische Wirtschaftsgeschichte

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Bibliographic data

fullscreen: Holländische Wirtschaftsgeschichte

Monograph

Identifikator:
1744885710
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-117895
Document type:
Monograph
Author:
Baasch, Ernst http://d-nb.info/gnd/117692018
Title:
Holländische Wirtschaftsgeschichte
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1927
Scope:
VI, 632 S.
Digitisation:
2021
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
I. Kapitel. Aufstieg und Niedergang der holländischen Wirtschaft zur Zeit der Republik
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

222 
Erstes Buch. Land, Leute und Technik. 
Die zweite große Folge der neueren Technik und des so sehr verbesserten Verkehrs 
ist die räumliche Veränderung im Standort der landwirtschaftlichen, gewerblichen und 
händlerischen Unternehmungen und der Menschen überhaupt: die Bildung der Großstädte, 
der Industrie- und Bergwerkseentren, die stillstehende oder gar abnehmende Land— 
bevölkerung, die Zunahme der Wanderungen, die wachsende geographische und sonstige 
Arbeitsteilung erscheinen als zusammenhängende Ergebnisse des Maschinenzeitalters, auf 
die wir anderwärts kommen. — 
Als dritte Folge heben wir die Verschiebung hervor, welche zwischen den Haupt— 
organen des volkswirtschaftlichen Lebens und ihren Funktionen stattfand, nämlich zwischen 
Familie, Gebietskörperschaft (GGemeinde, Provinz, Staat) und Unternehmung. Familie 
und Unternehmung fiel früher noch meist zusammen. Vor allem die neuere Technik 
schied sie, machte einen steigenden Teil der Unternehmungen zu selbständigen, technisch— 
geschäftlichen Anstalten, trennte Familienwirtschaft und Werkstatt. Und dieselben Ursachen, 
die steigende Kapital- und Maschinenanwendung, der technische Vorteil, welchen größere 
Anstalten gaben, begünstigten mehr und mehr den Großbetrieb. 
Er lag zuerst im 17. und 18. Jahrhundert vielfach in fürstlichen Händen, dann 
löste er sich von der bureaukratischen Schwerfälligkeit, die damit gegeben war, los. Der 
private Großbetrieb, neuerdings der in Aktien- oder Kartellhänden, schien als der voll— 
kommenste, weil in der freien Hand hochstehender kaufmännisch-technischer Führer liegend. 
Aber seit den letzten Jahrzehnten hat auch die Großtechnik der Gemeinden, Provinzen 
und Staaten nicht bloß im Straßen- und Wasserbau, in der modernen Kriegstechnik, 
sondern gerade auch in specifisch wirtschaftlichen Funktionen, im Eisenbahn-, Post- und 
Telegraphenwesen, in öffentlichen Bauten aller Art erhebliche Triumphe gefeiert. Und 
schon kann man hören: gerade die moderne Technik nötige zu einer Vergesellschaftung 
hrer Anwendung. Dem Vorwurf, daß unsere Städte aus einem Organismus verbundener 
Wohnhäufer ein anarchischer Haufen von Werkstätten, Fabriken und Bahnhöfen geworden, 
könnte man, optimistisch übertreibend, heute schon den Satz entgegenstellen: die moderne 
Stadt werde eine technische Gesamtbauanlage werden, in welcher durch Straßen- und 
Baupolizei den Wohnungen und Werkstätten, den Parks und den Schulen, den Markt— 
hallen und Bahnhöfen ihr Platz angewiesen sei, und alle diese Stätten durch einheitliche 
Wasser- und Abzugs⸗-, Gas- und elektrische Leitungen, durch den gemeinsamen Dienst 
—D 
auf die Kommune gehäuften Funktionen verbunden seien. 
Man hat den technischen Fortschritt schon danach einteilen wollen, ob er mehr 
den Individuen und Familien oder mehr den größeren socialen Körpern zufalle oder 
diene. Es ist kein falscher Gedanke. Der Pflug diente der Wirtschaft der Familie, die 
Bewässerungsanlage war stets Sache der Gemeinde; die Flinte kam in die Hand des 
Individuums, die Kanone in die des Staates. Aber doch können viele technische Fort— 
schritte je nach ihrer gesellschaftlichen Ausgestaltung, je nach den Institutionen von dem 
Individuum wie von der Gesamtheit gehandhabt werden. Und es wäre schwer, von 
den heutigen technischen Fortschritten mehr zu sagen als das, daß viele derselben zu 
einer Großtechnik hindrängen; vor allem gilt dies vom Dampf, der Elektricität, von 
vielen Teilen unseres Bauwesens. Aber specifisch technische Ursachen entscheiden nicht, 
ob die Gasanstalt in Privat- oder Gemeindehänden zu liegen habe, ob die Eisenbahn 
dem Staate gehören solle oder nicht. Hobsons halb socialistischer Schluß, alle Großtechnik 
gehöre in die Hände der öffentlichen Korporation, weil diese Technik, von der Maschine 
beherrscht, Mechanisierung der Arbeitsprozesse, Uniformierung der Bedürfnisse und zur 
Ausbeutung verführende Monopolbildung bedeute, schießt übers Ziel hinaus; er übersieht, 
daß die Maschinenindustrie auch sehr wechselnden Bedürfniffen dient und insoweit also 
der privaten kaufmännischen Leitung nicht wohl entraten kann. Die sociale Ausgestaltung 
der Großtechnik ist je nach Rasse, volkswirtschaftlichen Traditionen, Staatseinrichtungen, 
sehr verschiedenartig möglich. So viel aber ist richtig, daß sie unserer heutigen Volks— 
wirtschaft gegenüber der früher überwiegenden Haus- und Kleinbetriebstechnik einen 
ganz neuen Stempel aufgedrückt hat, freilich ohne die Hauswirtschaft aufzuheben und
	        

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Begriff. Psychologische Und Sittliche Grundlage. Literatur Und Methode. Land, Leute Und Technik. Die Gesellschaftliche Verfassung Der Volkswirtschaft. Duncker & Humblot, 1901.
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