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Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Gesellschaftslehre

Multivolume work

Identifikator:
1780159447
Document type:
Multivolume work
Author:
Marx, Karl http://d-nb.info/gnd/118578537
Title:
Das Kapital
Place of publication:
Berlin
Publisher:
J. H. W. Dietz Nachf., G. m. b. H.
Year of publication:
1926-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1780159595
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-188277
Document type:
Volume
Author:
Marx, Karl http://d-nb.info/gnd/118578537
Title:
Der Produktionsprozeß des Kapitals
Volume count:
1.1928
Place of publication:
Berlin
Publisher:
J. H. W. Dietz Nachf., G. m. b. H.
Year of publication:
1928
Scope:
XLVIII, 768 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Siebter Abschnitt. Der Akkumulationsprozeß des Kapitals
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • 1. Kapitel. Die sozialen Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft
  • Zweites Kapitel. Die Abstufungen der Gesellschaft (Gemeinschaft und "Gesellschaft")
  • Drittes Kapitel. Die Gruppe
  • Viertes Kapitel. Die wichtigsten historischen Formen der Gruppe
  • Index

Full text

.‚£} 
E22 
POP rErT-cCh—n 
36 Die sozialen’Anlagen des Menschen und das Wesen der Gesellschaft. 
erregt wird, sind im ‘allgemeinen bekanntlich historisch sehr wechselnd. Das gilt ins- 
besondere auch für die sexuelle Sphäre und die leibliche Verhüllung oder Darstel- 
lung. Eine Ausnahme scheinen, wie angedeutet, nur gewisse leibliche Funktionen zu 
machen, denen gegenüber das Schamgefühl als angeboren zu gelten hätte. Nur in die- 
sem Sinne kann auch von einer angeborenen Beziehung zur sexuellen Sphäre geredet 
werden. — Wo die Verlegung der Anstandsgebote als etwas relativ AÄußerliches auf- 
gefaßt wird, ruft sie nicht Scham, sondern den verwandten, aber von ihr unterschie- 
denen Zustand der Verlegenheit hervor. Über ihn vgl. $ 5, 11. 
6. Die außerordentliche Bedeutung des Selbstgefühles für die 
Gruppe liegt in Gestalt ihrer disziplinierenden Wirkung 
klar zu Tage. Schon Locke hat sie mit vortrefflichen Worten ge- 
schildert!:) „Die Strafen, welche der Übertretung des göttlichen Geseges 
nachfolgen, werden von vielen, ja von den Meisten nur selten ernstlich 
bedacht, und selbst von den Übrigen hoffen Viele, während sie das Ge- 
seg übertreten, auf die kommende Versöhnung und machen ihren Frie- 
den für solchen Bruch. Ebenso hofft man den von den Staatsgeseßen 
angedrohten Strafen zu entgehen. Dagegen entgeht niemand dem Übel 
des Tadels und der Mißbilligung, wenn er die Sitten und die Ansichten 
der Gemeinschaft verlegt, in welcher er lebt und der er sich empfehlen 
will; unter Zehntausend ist kaum Einer stark und unempfindlich genug, 
um die stete Mißbilligung und Verurteilung seiner eigenen Genossen- 
schaft zu ertragen ... . Niemand, der für seine Umgebung Sinn und 
einiges Gefühl hat, kann mit ihr leben, wenn seine Angehörigen und 
Bekannten stets ihr Mißfallen und ihren Tadel gegen ihn aussprechen. 
Diese Last ist zu schwer für menschliche Schultern.“ In primitiven 
Verhältnissen ist die Kraft dieses Faktors nicht etwa geringer, sondern 
eher noch größer. Tatsächlicher oder wegen ungehörigen Verhaltens zu 
erwartender Tadel selbst leichterer Art führt häufig zum Selbstmord. 
Ebenso wichtig ist die Rückwirkung, die von der Beurteilung der 
Gruppe ausgeht, auf den von diesem Gefühl beherrschten Einzelnen 
selbst. Unter den angeborenen und zunächst durch die Umwelt geweck- 
ten Instinkten und Willensrichtungen übt das Selbstgefühl hinsichtlich 
ihrer Ziele eine Auslese aus: nur diejenigen, die auf den Beifall der 
Gruppe zu rechnen haben, kommen zur Entfaltung. Diese aber werden 
gleichzeitig zunächst in ihrer Intensität gesteigert. Sodann erfahren sie 
aber eine eigentümliche qualitative Veränderung durch die Beurteilung 
der Gruppe: es kommt ein Element des Sollens und der Forderung in sie 
hinein, das sich rein psychologisch, d. h. aus dem Seelenleben des iso- 
lierten Einzelnen überhaupt nicht erklären läßt. Den Schmuck z. B. trägt 
der isolierte Einzelne nur, weil er sein vitales Selbstgefühl und sein Sen- 
sationsbedürfnis befriedigt. Sowie aber der Eindruck auf die Umgebung. 
1) FEssai eoncerning human understanding b. II chap. 28 $ 12.
	        

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Gesellschaftslehre. Enke, 1928.
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