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Allgemeine Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Allgemeine Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1823562132
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-217461
Document type:
Monograph
Author:
Sander, Fritz http://d-nb.info/gnd/140473750
Title:
Allgemeine Gesellschaftslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
XVI, 572 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Allgemeine Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Grundwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft
  • Kapitel II. Das Wollen
  • III. Kapitel. Das Streben
  • IV. Kapitel. Vergemeinschaftung und Gemeinschaft
  • V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
  • VI. Die Macht
  • VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
  • VIII. Kapitel. Andere Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs-Seelenaugenblicke
  • IX. Kapitel. Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft

Full text

Vergesellschaftung und Gesellschaft, 259 
as regnen wird, so liegt ein „gewiß gerichteter Bereitwilligkeits- bzw. 
Bereit-Widerwilligkeits-Anspruch“ vor. „Bereitwilligkeits- bzw. Bereit- 
Widerwilligkeits-Anspruch“ ist also jeder Anspruch, bei dessen Erhebung 
dem Ansprucherheber als „Ziel“ besondere „Bereitwilligkeit bzw. Bereit- 
Widerwilligkeit“ des Adressaten, als „Fern-Ziel“ hingegen besonderer 
Verhalten-Seelenaugenblick des Adressaten vorschwebt, derart, daß die 
Erfahrung besonderen (gewissen oder ungewissen) Ereignisses die wir- 
kende Bedingung, hingegen jene Bereitwilligkeit bzw. Bereit-Widerwillig- 
keit des Adressaten die grundlegende Bedingung dafür abgeben wird, 
daß dem Adressaten jener Verhalten-Seelenaugenblick zugehörig wird. 
Jenes besondere Ereignis nennen wir das „in einem Bereitwilligkeits- 
bzw. Bereit-Widerwilligkeits-Anspruche gemeinte Ereignis“, 
Es gibt aber auch „Bereitwilligkeits- bzw. Bereit-Widerwillig- 
keits-Ansprüche mit mehreren gemeinten Ereignissen“. 
Ein Anspruch richtet sich ferner, wie sich aus bereits Gesagtem 
ergibt, entweder darauf, daß der Anspruchadressat Besonderes tue, daß 
er also handle, oder darauf, daß der Anspruchadressat Besonderes 
ınterlasse, so daß wir „Handlungs-Ansprüche“ von „Unter- 
lassungs-Ansprüchen‘“ unterscheiden, welche Unterscheidung auch 
in besonderen gegensätzlichen Worten, wie „gebieten — verbieten“, 
„bitten — sich verbitten“ u. a. ihren sprachlichen Niederschlag ge- 
funden hat. Sowohl die „Handlungs-Ansprüche‘“ als auch die „Unter- 
lassungs-Ansprüche‘ sind „Verhalten-Werbungen‘‘, aber jener, der 
sinen „Handlungs-Anspruch‘“‘ erhebt, wirbt mit anderen Mitteln um 
Ander-Verhalten als jener, der einen Unterlassungs-Anspruch erhebt. 
Tener nämlich, der einen Handlungs Anspruch erhebt, wirbt durch Be- 
hauptung besonderen eigenen (gewissen oder ungewissen) Wünschens 
um besondere Unlust des Anspruchadressaten als Bedingung eines 
Wollens und Strebens des Anspruchadressaten, jener hingegen, der 
einen Unterlassungs- Anspruch erhebt, wirbt durch Behauptung be- 
Sonderen eigenen (gewissen oder ungewissen) Fürchtens um besondere 
Lust des Anspruchadressaten als Bedingung eines Wider-Wollens 
und Wider-Strebens des Anspruchadressaten. Keineswegs also ent- 
hält jeder Anspruch einen „Wunschsatz‘‘, d. h. einen Satz als Behaup- 
‘ung eigenen Wünschens, vielmehr enthalten zahlreiche Ansprüche einen 
„Furchtsatz‘“. Nur deshalb faßt man lediglich „„Wunschsätze‘ ins Auge, 
Weil man das „Fürchten‘ als ein „Wünschen, daß Etwas nicht ge- 
Schehe‘ deutet, was aber unzutreffend ist, da eben „Wünschen“ einen 
Seclenaugenblick darstellt, dem Unlust zugehört und der Gedanke an 
sine Veränderung, in welcher die gegenwärtige Unlust durch Lust- 
Sewinn beseitigt würde, während „Fürchten‘‘ einen Seelenaugenblick 
darstellt, dem Lust zugehört und der Gedanke an eine Veränderung, 
‘N welcher die gegenwärtige Lust durch Unlustgewinn beseitigt 
+
	        

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Allgemeine Gesellschaftslehre. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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