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Allgemeine Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Allgemeine Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1823562132
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-217461
Document type:
Monograph
Author:
Sander, Fritz http://d-nb.info/gnd/140473750
Title:
Allgemeine Gesellschaftslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
XVI, 572 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Allgemeine Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Grundwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft
  • Kapitel II. Das Wollen
  • III. Kapitel. Das Streben
  • IV. Kapitel. Vergemeinschaftung und Gemeinschaft
  • V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
  • VI. Die Macht
  • VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
  • VIII. Kapitel. Andere Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs-Seelenaugenblicke
  • IX. Kapitel. Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft

Full text

+10 
VII. Kapitel. 
nehmer den Vertrag abschließt, eine Pflichtanwartschaft, welche erst 
durch die Übergabe des Darlehens auf Grund des Vertrages zu einer 
Pflicht (der „Rückzahlung“ usw.) wird. Aber der Darlehensvertrag 
wird wie jeder andere Vertrag nur durch Anbot und Anbotannahme 
begründet, während die Übergabe des Darlehens selbstverständlich 
keine auf Vertragschließung zielende Handlung darstellt. Es 
widerspricht ja auch die Lehre von den Realkontrakten vollständig der 
anderen Lehre, daß ein Vertrag durch Antrag und Antragannahme 
zustande komme, da ja doch die Übergabe einer Geldsumme als Dar- 
lehen kein ‚Offerte‘ ist. Wenn man von ‚„Konsensualkontrakten“ 
und „Realkontrakten‘“ als von „Konsensualverträgen‘“ und von 
„Realverträgen‘‘ spricht, übersieht man, daß das Wort „contrahere‘‘ 
arsprünglich jedes „sich belasten‘ bezeichnet hat. Wer also als künf- 
tiger Darlehensnehmer einen Darlehensvertrag abschließt, der „‚belastet‘“ 
sich insoferne, als er durch seine Versprechung eine eigene Pflichtanwart- 
schaft begründet und er ‚belastet‘ sich ferner, indem er durch die 
Übernahme des Darlehens jene eigene Pflichtanwartschaft zu einer 
eigenen Pflicht ergänzt, er „kontrahiert‘“ also zweimal, aber nur durch 
seine Versprechung schließt er den Vertrag ab. Meint man aber, daß 
der ‚Darlehensvertrag‘ ein „Realkontrakt‘“ sei, so muß man dann auch 
sagen, jener Vertrag sei ein „einseitig verbindlicher Vertrag‘, da der 
Darlehensgeber nach der Übergabe des Darlehens keine weitere Ver- 
pflichtung aus dem Vertrage habe. Indes ist in Wahrheit der Dar- 
lehensvertrag ein „zweiseitig verbindlicher Vertrag‘, da er nur im 
Vertrag-Anbote und in der Anbot-Annahme begründet ist. Selbstver- 
ständlich kann jemand einem Anderen eine Geldsumme geben, welche 
vom Anderen übernommen wird, wobei die beiden Handlungen die 
Behauptungen „Anbot‘“ und „Annahme‘“ — in dem früher dargelegten 
Sinn — quasi-einschließen. In solchem Falle kommt eben der 
Darlehensvertrag durch quasi-eingeschlossene Behauptungen zustande, 
es liegt ein „stillschweigender‘‘ Vertragabschluß vor, der aber nicht 
in der Übergabe und Übernahme des Dahrlehens besteht. Aber auch 
ein sogenannter „zweiseitig verbindlicher‘‘ Vertrag kann auf ähnliche 
Weise zustande kommen, wie ja auch die Vertrag-Anbot-Annahme 
durch sogenannte „Erfüllungs- und Aneignungs-Handlungen“ eine „quasi- 
eingeschlossene‘‘ Behauptung ist. 
Ebenso aber wie das Gegebene ‚‚Vertrag‘‘, das lediglich durch 
den Sinn zweier Verhalten-Seelenaugenblicke begründet ist, geschieden 
werden muß vom Gegebenen ‚Verbindlichkeit des Vertrages‘, d. h. 
„Pflichtbegründungswirkung der Versprechungen der Vertragschließen- 
den‘‘, müssen wieder die Gegebenen „Vertrag“ und ‚Verbindlichkeit 
des Vertrages“ geschieden werden vom Gegebenen „Vertragerfüllung“, 
d. h. von der Erfüllung der von den Vertragschließenden gegebenen
	        

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Allgemeine Gesellschaftslehre. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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