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Allgemeine Gesellschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Allgemeine Gesellschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1823562132
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-217461
Document type:
Monograph
Author:
Sander, Fritz http://d-nb.info/gnd/140473750
Title:
Allgemeine Gesellschaftslehre
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1930
Scope:
XVI, 572 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
IX. Kapitel. Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Allgemeine Gesellschaftslehre
  • Title page
  • Contents
  • I. Kapitel. Grundwissenschaft und Gesellschaftswissenschaft
  • Kapitel II. Das Wollen
  • III. Kapitel. Das Streben
  • IV. Kapitel. Vergemeinschaftung und Gemeinschaft
  • V. Kapitel. Vergesellschaftung und Gesellschaft
  • VI. Die Macht
  • VII. Kapitel. Die Besonderheiten der Vergesellschaftungs- Werbungs- Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs- Seelenaugenblick hinsichtlich der Vergesellschaftungs-Interesse-Gedanken
  • VIII. Kapitel. Andere Besonderheiten der Vergesellschaftungs-Werbungs-Seelenaugenblicke und der Vergesellschaftungs-Seelenaugenblicke
  • IX. Kapitel. Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft

Full text

Staats-Gesellschaft, Rechts-Gesellschaft und Wirtschafts-Gesellschaft, 513 
kommt, daß der Inhaber jener Herrschermacht durch besondere Drohung 
in besonderer Seele den Glauben weckt, daß die Erfüllung des Befehles, 
in welchem jene Drohung enthalten ist, mit Rücksicht auf die bestehen- 
den Möglichkeiten der Verschiebung des sie betreffenden Interessen- 
gesamtzustandes der Entsprechung zu anderen Verhalten-Werbungen, 
die an sie gerichtet wurden und mit jenem Befehle unverträglich sind, 
vorziehbar ist. Wir können deshalb die „Staatsmacht‘“ auch in Kürze 
eine „Überlegene ursprüngliche Herrschermacht‘“ nennen, 
jede andere „ursprüngliche Herrschermacht‘“ aber eine „unterlegene 
ursprüngliche Herrschermacht“. Wie sich aus dem Gesagten 
ergibt, ist jede ‚„,überlegene ursprüngliche Herrschermacht‘“ eine „Staats- 
macht‘, aber es ist nicht mit jeder „Staatsmacht“ ein „Staat‘“ vor- 
handen, vielmehr nur dann, wenn dem Inhaber der Staatsmacht be- 
sondere bereits erwähnte Wollensmöglichkeit zugehört. Mit dem Worte 
„Staat‘“ ist also nicht bloß besondere Herrschermacht bezeichnet, sondern 
es ist mit diesem Worte eine Lage bezeichnet, in welcher sich nebst 
besonderer ursprünglicher Herrschermacht auch dem Inhaber jener 
Herrschermacht und den, von jener Herrschermacht Betroffenen zuge- 
hörige, in ursprünglicher Herrschermacht allein nicht vorfindbare Al- 
gemeine finden. ‚,Staat‘“ ist also eine Lage, in welche „ursprüngliche 
Herrschermacht‘‘ stets eingeschlossen ist, welche aber eben als „ur- 
sprüngliche Herrschermacht‘“ nicht vollständig bestimmt ist, Innerhalb 
jeder „Lage‘‘, welche einen ‚Staat‘ darstellt, besteht zwischen dem 
Inhaber der ‚,Staatsmacht‘ und den von jener ‚,Staatsmacht‘“ Be- 
troffenen eine besondere Beziehung, welche wir als „Staatsbeziehung“ 
bezeichnen. Läßt sich nun aber auch „Staat schlechtweg“‘, d. h. lassen 
sich die identischen Gründe der’ Beziehung ‚Staat‘ ohne weiteres klar 
bestimmen, so ist es doch sehr häufig schwierig, wenn nicht unmöglich, 
zu ‘bestimmen, ob sich die Beziehung „Staat“ besonderen Einzel- 
wesen in der Welt zugehörig findet. Der Grund hierfür liegt 
darin, daß es oft überhaupt schwierig ist, zu bestimmen, ob jemandem 
in besonderem Weltzeitpunkte eine besondere Macht zusteht, da solche 
Bestimmung das oft schwer beschaffbare Wissen darum voraussetzt, 
daß besonderen Einzelwesen in der Welt Besonderheiten von solchen 
Allgemeinen zugehören, die als grundlegende Bedingungen für be- 
sondere Wirkungen in Betracht kommen. Ist es aber auch bestimmbar, 
daß in besonderem Falle eine „ursprüngliche Herrschermacht‘“ vorliegt, 
so ist es doch wieder oft schwer bestimmbar, ob dem Inhaber jener 
ursprünglichen Herrschermacht solches Allgemeines zugehört, das als 
grundlegende Bedingung dafür in Betracht kommt, daß er bei Eintritt 
besonderer Ereignisse von jener Herrschermacht Gebrauch machen 
wird und ob den von jener Herrschermacht Betroffenen solche Allge- 
meine zugehören, um deretwillen jene „ursprüngliche Herrschermacht“ 
Sander, Allg. Gesellschaftsiehre, 33
	        

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Allgemeine Gesellschaftslehre. Verlag von Gustav Fischer, 1930.
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