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Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

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Bibliographic data

fullscreen: Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte

Monograph

Identifikator:
1824546017
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-214923
Document type:
Monograph
Author:
Dopsch, Alfons http://d-nb.info/gnd/118680390
Title:
Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte
Place of publication:
Wien
Publisher:
Seidel
Year of publication:
1930
Scope:
XII, 294 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zehnter Abschnitt. Die politischen Auswirkungen: Lehenswesen und Kapitalismus
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Naturalwirtschaft und Geldwirtschaft in der Weltgeschichte
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Theorie. Grundsätzliche Anschauungen
  • Zweiter Abschnitt. Die Tatbestände: Die Primitiven
  • Dritter Abschnitt. Die Kulturvölker des alten Orients
  • Vierter Abschnitt. Altgriechenland und das Römerreich
  • Fünfter Abschnitt. Das Oströmische Reich und der Islam
  • Sechster Abschnitt. Das frühe Mittelalter im Westen. Die Völkerwanderung. Merowinger und Karolinger
  • Siebenter Abschnitt. Das hohe Mittelalter (10.-12. Jahrhundert)
  • Achter Abschnitt. Das spätere Mittelalter (13.-15. Jahrhundert)
  • Neunter Abschnitt. Die Neuzeit
  • Zehnter Abschnitt. Die politischen Auswirkungen: Lehenswesen und Kapitalismus
  • Elfter Abschnitt. Rückfälle aus der Geldwirtschaft in die Naturalwirtschaft
  • Zwölfter Abschnitt. Theoretische Schlußfolgerungen
  • Index

Full text

222 
lassen mit der Verpflichtung zu militärischem Dienst. Diese An- 
siedelung bezweckte einmal, die eingewanderten Fremden im 
Lande heimisch zu machen und sie mit den Interessen des Landes 
zu verknüpfen. Anderseits wollte der König das Land sichern 
und mit Hilfe der in der Armee zur Verfügung stehenden 
Arbeitskräfte die Melioration des Landes fördern”). Es wurde den 
Soldaten vielfach unfruchtbares Land überlassen mit der Ver- 
pflichtung, es zu kultivieren. Das Eigentumsrecht des Königs an 
dem überlassenen xAooc tritt darin zutage, daß derselbe den 
xAHQ0s zurücknehmen konnte, u. zw. nicht nur beim Tode des 
Lehensträgers*). 
Dieses prekäre Lehensgut hat sich vom 3. Jahrhundert v. Chr. 
bis in die Kaiserzeit hinein nicht selten auch in volles Eigentum 
verwandelt. 
Wichtig aber ist die Tatsache, daß die Kleruchen zu be- 
stimmten Abgaben an den König verhalten waren und sie diese 
entweder in Geld oder natura entrichteten*), 
So gewähren uns diese Lehensverhältnisse der Ptolemäerzeit 
bedeutsame Beispiele dafür, daß im Lehen keineswegs nur eine 
Form naturalwirtschaftlicher Entlohnung gesehen werden kann 
zu einer Zeit und an Orten, wo das Geld fehlte. 
In Altgriechenland bestanden zum Teil ähnliche Ver- 
hältnisse. Und wenn auch damals im ganzen naturalwirtschaft- 
liche Leistungen und Zahlungen überwogen, so wird gerade da 
völlig klar, daß die Kleruchie nicht als Ersatz für eine andere 
Art der Entlohnung oder Zahlung angewendet wurde. Auch da 
erteilte der König das eroberte Land an seine Mannen, oder er 
gab davon behufs Neubesiedelung Stücke zu Lehen. Auch da 
zahlten die Belehnten ihren Lehensherren eine Abgabe. Beachtens- 
wert ist, daß damals schon bei Verheiratung einer Tochter des 
Königs von den Vasallen außerordentliche Abgaben dargebracht 
wurden”), so wie es im deutschen Mittelalter auch geschehen ist 
(Hochzeitssteuer). 
») Vgl. U. Wilcken in L. Mitteis u. U. Wilcken, Grundzüge und Chresto- 
mathie der Papyruskunde ı, 281 (1912). 
%) Ebda. S.282. 
%) Ebda. S. 283. 
®) Vgl. U. Kahrstedt, Griechisches Staatsrecht ı, 372 f. (1922), dazu auch 
Nilsson M. P., Das homerische Königtum. Sitz. Ber. d. preuß, Akademie, 
Berlin 1927, S.23 ff., bes. S.33 u. 37.
	        

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Naturalwirtschaft Und Geldwirtschaft in Der Weltgeschichte. Seidel, 1930.
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