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Die Entwicklung der Weißgerberei

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Bibliographic data

fullscreen: Die Entwicklung der Weißgerberei

Monograph

Identifikator:
1838857176
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-229226
Document type:
Monograph
Title:
Thomson's manual of Pacific Northwest finance
Place of publication:
Seattle
Publisher:
Thomson's Statistical Service
Year of publication:
1930
Scope:
XXX, 487 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Section II. Banks and trust companies
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Die Entwicklung der Weißgerberei
  • Title page
  • Contents
  • 1.Teil. Die Rohstoffe
  • 2.Teil. Die Produktionsprinzipien
  • 3.Teil. Die ökonomische Gestaltung der Weißgerberei
  • 4.Teil. Die topographischen und hygienischen Verhältnisse der Weißgerberei
  • 5.Teil. Der Markt

Full text

184 
Schwitze, bis das Haar bequem ausgeht, ja zuweilen mit dem Besen 
abgefegt werden kann. Es ist ein fieberhaftes Interesse für industrielle 
Vorgänge, welches, vielleicht unter dem Eindruck der Colbertschen 
Reglements, nun auch in Deutschland alle Staatsbeamte erfüllt. So 
werden die kameralistischen Lehrbücher die Träger neuer gewerblicher 
Erfindungen und Verbesserungen, da Fachzeitschriften um diese Zeit noch 
nicht genügend ausgebildet sind. 
Aber damit begnügen sich die Kameralisten noch nicht. Schon aus 
der Periode der letzten inneren Kolonisation stammen die monatlichen 
historischen Berichte über den Gang der Geschäfte; daneben sind technische 
Beiräte der Regierung die Organe, durch welche sie auf die Gewerbe 
fördernd einzuwirken sucht Z. Diese Männer sind also die Mittel, um 
die in den Zeitungen und in den kameralistischen Schriften nur für 
wenige zugänglichen gewerblichen Notizen in die breite Masse des 
Handwerks hineinzutragen; sie sorgen für Propagation des gewerblichen 
Wissens an die Ausübungsstätten des Gewerbes; der Kriegsrat von 
Marquardt bereiste die Gegenden, er verbreitete neue technische Methoden 
und lehrte selbst manche Manipulationen, besonders im Fache der 
Gerberei und Färberei"). 
Aber auch damit ist es noch nicht genug. Die Kameralisten be 
schäftigen sich auch selbst mit den Gewerben so intensiv, daß sie Er 
finderarbeit leisten. „Eine mühsame Untersuchung hat mich überzeugt, 
daß man mit einem aus den Steinkohlen und Torf zu ziehenden Wasser 
alle Arten von sog. lohgaren Ledern gar machen könne" 3 ) sagt der 
schon mehrmals erwähnte Kameralist Pfeiffer in seinem vierbändigen 
„Lehrbegriff sämtlicher ökonomischer und Kameralwissenschaften". 
Alles bisher Besprochene hat mehr oder weniger den Charakter 
der staatlichen Verwaltungsmaßnahme. Aber der Einfluß des Staates 
um diese Zeit ist ein noch viel weitergehender. Die ganze Wissenschaft 
der Technologie ist ihrem Wesen nach im Kopfe eines Staatsmannes 
entsprungen, und zwar keines geringeren als Colbert. Auf seine Ver 
anlassung hin wurde die Akademie der Wissenschaften im Dezember 
1666 versammelt, um bei ihr ein Interesse für das Gewerbe zu er 
wecken^), und der spätere Erfolg dieser Ideen waren die großartig 
angelegten Descriptions des arts et des metiers ®), welche allenthalben 
Aufmerksamkeit erweckten und Anreguug zu ähnlichen Werken gaben. 
Die wichtigsten deutschen Sammelwerke dieser Art waren Johann Samuel 
Halle, Werkstätten der heutigen Künste oder die neuere Kunsthistorie 
(1761—1779). Handwerke und Künste in Tabellen, 17 Teile, Sprengel, 
9 Schanz 1884, S. 106. 2 ) Ebenda. 3 ) Pfeiffer 1777, S. 369. 
4 ) Schauplatz 1766, Bd. V, S. 315. °) Karmarsch 1872, S. 860 ff.
	        

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Die Entwicklung Der Weißgerberei. A. Deichert’sche Verlagsbuchhandlung, 1913.
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