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Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)

Volume

Identifikator:
1876769408
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-262860
Document type:
Volume
Author:
Cassirer, Ernst http://d-nb.info/gnd/118519522
Title:
Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit
Volume count:
Bd. 1
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Cassirer
Year of publication:
1906
Scope:
XV, 608 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Volume
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Das Erkenntnisproblem in der Philosophie und Wissenschaft der neueren Zeit (Bd. 1)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Erstes Buch: Die Renaissance des Erkenntnisproblems
  • Zweites Buch: Die Entdeckung des Naturbegriffs
  • Drittes Buch: Die Grundlegung des Idealismus

Full text

Der Humanismus. 
während der entsprechende Uebergang in der Behandlung der 
Phaenomene des Seelenlebens weit langsamer vor sich geht. Trotz 
der mannigfachen Schranken und Hemmnisse indess, die dieser 
Entwicklung gesetzt sind, ist es zuletzt dennoch ein neuer Begriff 
des Bewusstseins, der sich als positiver Ertrag der verschieden- 
artigen kritischen Bestrebungen ergibt und befestigt. Freilich ver- 
langt dieser Begriff selbst, um in seiner unterscheidenden Leistung 
und Bedeutung verstanden zu werden, eine nähere Bestimmung und 
Ergänzung. Man pflegt in der Auffassung des Individuums und 
in der neuen Stellung und Wertschätzung, die es gewinnt, die 
eigentliche Grenzscheide zu sehen, die die Renaissance vom Mittel- 
alter trennt. „Nichts durchdringt und bezeichnet das christliche 
Mittelalter — so urteilt ein hervorragender Historiker des Huma- 
nismus — so entschieden, als der korporative Zug. Nach dem 
Chaos der Völkerwanderung krystallisierte sich gleichsam die er- 
neuerte Menschheit in Gruppen, Ordnungen, Systeme. Hierarchie 
und Feudalismus waren nur die grössten Formationen. Selbst das 
wissenschaftliche Leben ... fügte sich dem allgemeinen Hange: 
es schoss, wie gefrierendes Wasser, nach gewissen Mittelpunkten 
zusammen, und von diesen gingen dann die Strahlen wieder nach 
allen Seiten aus. Zu keiner Zeit haben solche Massen so gleich 
gelebt und gehandelt, ja gedacht und empfunden. Wenn gross- 
artige Menschen hervorragen, so erscheinen sie nur als Reprä- 
sentanten des Systems, in dessen Mitte sie stehen, nur als die 
ersten unter ihresgleichen, ganz so wie die Häupter des Lehens- 
staates und der Kirche. Ihre Grösse und Macht hängt nicht von 
den Zufälligkeiten und Eigenheiten ihrer Person, sondern davon 
ab, dass sie mit Energie den idee!len Kern ihres Systems vertreten 
und sich selber dabei aufopfernd verleugnen... Die Vorkämpfer 
der Menschheit sind nicht Individuen, welche die Masse geistig 
beherrschen, sondern Stände und Körperschaften, die dem Indi- 
viduum nur wie einer Standarte folgen“.®) So zutreffend hier der 
allgemeine Durchschnittscharakter mittelalterlichen Lebens be- 
zeichnet wird, so werden doch damit die tieferen geistigen Strö- 
mungen, die in ihm wirksam bleiben und die insbesondere in 
der Mystik zum Ausdruck drängen, nicht getroffen. .Die Kon- 
zentration auf das religiöse Problem erzeugt hier eine Innerlich- 
keit und eine Vertiefung in individuelle psychische Zustände und
	        

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Das Erkenntnisproblem in Der Philosophie Und Wissenschaft Der Neueren Zeit. Cassirer, 1906.
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