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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

143 —- 
Handels dienten, sowohl vor Abnutzung, wie vor Verlust bei dem Um- 
lauf bewahrt wurden, was in einer Zeit von besonderer Bedeutung war, 
wo jeder Transport nicht nur sehr kostspielig, sondern bei dem aus- 
gedehnten Räuberwesen sehr gefahrvoll war. Aber ungleich bedeut- 
samer war der Umstand, der hauptsächlich zur Gründung der Institute 
geführt hat, daß man imstande war, Zahlungen zu leisten unabhängig 
von der umlaufenden Münze und daher unter Vermeidung der Ver- 
luste, welche durch die Ausgabe unterwertiger Münzen, wie durch die 
Zahlungen in ausländischen Münzen entstanden. 
Wie schon erwähnt, lag für den Handel eine besondere Schwierig- 
keit in der großen Verschiedenartigkeit der Münzen der einzelnen 
Länder, welche stets nur einen sehr beschränkten Umlaufskreis be- 
saßen. Hierzu trat schon in dem 16., ganz besonders aber in den 
arsten Dezennien des 17. Jahrhunderts in der sogenannten Kipper- und 
Wipperzeit der Mißbrauch der Staatsgewalt bei der Ausübung des 
Münzrechts hinzu, durch die Ausprägung unterwertiger Münzen, welche 
nach einiger Zeit wieder in Verruf erklärt und zu ihrem Metallwerte 
eingezogen wurden, um durch neue unterwertige Münzen zu einem 
hohen Kurse ersetzt zu werden. Je größer die Finanznot des Fürsten 
war, um so öfter geschah die Verrufserklärung, mitunter schon nach einem 
Jahre, so daß Zahlungsstockungen unvermeidlich wurden, weil Niemand 
dem Werte der ausgegebenen Münze traute und Niemand wußte, wie 
lange die Münze den gesetzlichen Wert, zu dem sie ausgegeben war, 
behalten würde. Dabei war ein ausgedehnter Handel, namentlich inter- 
nationaler Natur nicht möglich, und deshalb wurde durch dıe Banken ein 
neutraler Boden geschaffen, auf dem die Zahlung auf einer gleichen, 
dauernden Grundlage, unabhängig von der kursierenden Münze durch- 
geführt werden konnte. Die Girobank in Hamburg acceptierte des- 
halb eine ideale Werteinheit die „Mark Banko“ zu einem Drittel eines 
vollwichtigen Reichsthalers; und als später der Münzfuß des Reichs- 
thalers verschlechtert wurde, behielt man den ursprünglichen Silber- 
gehalt von 26 g Feinsilber gleich einer Mark bei. Sie wurde nie aus- 
geprägt, sondern blieb eine Rechnungsmünze. Als Depositen in der 
Bank wurden nur Silber in Barren oder später auch Münzen nur nach dem 
Silbergehalt acceptiert. Auch das Pfund Sterling, wonach die englische 
Bank rechnete, war bekanntlich nicht eine geprägte Münze, sondern 
ein bestimmtes Gewicht von Edelmetall, je nach der acceptierten 
Währung: Gold oder Silber. Auf Grund dieser Einrichtung vollzogen 
sich die größeren Zahlungen nun auf dem Wege des Kredites durch 
Anweisung auf das Guthaben bei der Bank, und diese Erleichterung 
führte dazu, daß eine Menge Zahlungen in anderen Gegenden und 
von fern stehenden Kaufleuten durch Anweisung auf die Bankbürger 
stattfanden, die untereinander die Abrechnung auf dem Wege des Gi- 
rierens bewirkten, so daß die Banken bald eine Bedeutung erlangten, 
die weit über den lokalen Markt hinausgine, 
Zahlungser- 
eichterung. 
8 50, 
Die Entwickelung der Bankthätigkeit und das 
Girogeschäft. ; . 
Rauchberg, Der Clearing- und Giroverkehr in Oesterreich-Ungarn und im 
Auslande. Wien 1897. . 
Die Entwickelung der Bankthätigkeit aus diesen einfachen An- 
(ängen der Girobank vollzog sich nun, kurz dargestellt. in der folgen-
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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