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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

— 170 — 
Wechsel. 
Effekten. 
Wechselkurs. 
England als bei Amerika Deutschland gegenüber vorliegt. Dann die 
Summen, welche Reisende im Inlande verzehren. Auch dieses fällt 
für unser Beispiel weniger ins Gewicht, als bei den Verein. Staaten 
gegenüber Europa. Man hat berechnet, daß die reisenden Amerikaner, 
circa 150000 Personen, in Europa gegen 100 Millionen Dollars im 
Jahre ausgeben. Bei 8 der größeren Bankhäuser New Yorks be- 
trugen die ausgestellten Kreditbriefe für Reisende nach Europa durch- 
schnittlich 1500 D, (Lexis, Handelsbil. im Handwörterbuch), Dem 
gegenüber sind die von europäischen Reisenden in Amerika verzehrten 
Summen gering, um so mehr fallen ins Gewicht die von Auswanderern 
herübergenommenen Beträge. Größer dürfte die Differenz zwischen 
Rußland einerseits und Deutschland-Oesterreich andererseits sein. 
3. England kann Deutschland erhebliche Summen in Wechseln 
zahlen, die es von russischen, französischen, amerikanischen, indischen 
Häusern in Zahlung erhalten hat, die in Hamburg, Bremen oder auch 
an einem anderen europäischen Börsenplatze fällig sind, oder es bezahlt 
mit auf englische Banken lautenden Wechseln, die Deutschland zur Zah- 
lung an Amerika, Indien, China verwerten kann. Dieser Wechselver- 
kehr ist es, der hauptsächlich, wie schon dargelegt, zur Ausgleichung 
ınternationaler Zahlungen verwendet wird. Auch lassen englische 
Banken ihre deutschen Gläubiger Wechsel auf sich ziehen, um damit 
eine weitere Schuld zu tilgen, 
4. Bleibt noch eine weitere Differenz, so wird diese durch Ab- 
tretung von Effekten, Staats- und Kommunalobligationen, Eisenbahn- 
prioritäten, Aktien herbeigeführt, wobei dann die erheblichsten Summen 
durch solche Besitzverschiebungen ausgeglichen werden können. Wir 
erinnern nur an die bedeutende Heimzahlung der Staatsschuld der 
nordamerikanischen Union; die Unterbringung von Staatsanleihen der 
verschiedensten Länder in Deutschland etc. Wie bei dem Giroverkehr 
Forderungen des einen Buchgläubigers auf den anderen übertragen 
werden, so gleichen die Staaten untereinander Zahlungen aus durch 
Ueberweisung zinstragender Papiere, welche Forderungen an andere 
Länder repräsentieren. Auch eine erhebliche Unterbilanz kann daher 
ohne irgend eine Barzahlung beglichen werden, die vielmehr nur in 
äußerst seltenen Fällen und nur vorübergehend eintritt. Von einem 
dauernden Abfluß von Gold und Silber infolge einer ungünstigen Han- 
delsbilanz ist heutigen Tages nirgends die Rede. 
Wie wir nun sahen, wird in ausgedehntem Maße der Wechsel 
benutzt, um Forderungen des Auslaudes zu begleichen. Je nach der 
Gestaltung des Handels wird deshalb ein Land mehr Forderungen in 
der Form von Wechseln an das andere Land zu richten haben. Es 
wird sich daher in demselben ein Ueberfluß an Wechseln herausstellen 
und in dem anderen Lande dagegen ein Mangel. Der Wechsel ist 
dadurch als Zahlungsmittel eine einfache Ware geworden, dessen Wert 
nach dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage schwankt. Der 
Preis, welchen ein Wechsel hat, wird nun sein Kurs genannt, und der 
Wechselkurs wird, wie aus dem Vorhergesagten hervorgeht, durch die 
Gestaltung des Handelsverkehrs zwischen den Ländern bestimmt. So 
müssen Devisen in dem Lande mit überwiegenden Forderungen, die im 
Auslande einzukassieren sind, billig sein, während sie in einem Lande 
mit überwiegenden Zahlungsverpflichtungen teurer sind. Je nachdem 
sich diese Zahlungsverpflichtungen steigern oder vermindern, wird auch 
der Wechselkurs steigen oder sinken.
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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