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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

"88 
zicardo’s 
Theorie. 
Zeit gewaltige Dimensionen annimmt, und-sich je nach der Gunst der 
Lage zum Markte, zum Bahnhof, zu den Hauptverkehrsadern ver- 
schieden gestaltet, weil die Nachfrage beständig steigt, während das 
Angebot, namentlich in den besonders begünstigten Gegenden ein sehr 
beschränktes ist, 
2, In der gleichen Weise wie die Entfernung vom Markte wirkt 
auch die Bodengüte, welche denselben Aufwand von Arbeit und Kapital 
in sehr ungleicher Weise belohnt. Dieses Moment hatte Ricardo zum 
Ausgangspunkt seiner Grundrententheorie genommen, indem er es für 
aatürlich hielt, daß die ersten Ansiedler zuerst den ertragsfähigsten Boden 
ın Angriff nehmen, und erst wenn dieser allgemein okkupiert ist und 
derselbe der wachsenden Bevölkerung nicht genügt, man zu immer leichte- 
rem Boden seine Zuflucht nimmt, der nur dürftigere Ernten zu liefern ver- 
mag. Mit Recht hat dem gegenüber der Amerikaner Carey darauf auf- 
merksam gemacht, daß die ersten Ansiedler nicht den absolut ertrag- 
reichsten Boden zuerst beackern, sondern den, den sie mit ihren unvoll- 
kommenen Instrumenten und geringen Arbeitskräften am besten zu 
vewältigen, und dem sie die größten Erträge abzugewinnen vermögen. 
Das ist aber mehr der leichtere Boden auf der Höhe, während erst nach 
stärkerer Besiedelung die Landwirte gemeinsam Entwässerungen, Deich- 
anlagen etc, durchführen und damit den weit ertragsreicheren humosen 
Niederungsboden der Landwirtschaft gewinnen, wie ebenso erst nach 
Fortschritten der Kultur durch Hinzuziehuug von Maschinen und son- 
stigen Hilfskräiten die großen Baumriesen auf dem schwereren Lehm- 
boden bewältigt werden können, und dann der ertragsreichste Boden 
ler Kultur allmählich gewonnen wird. Damit ist allerdings gezeigt, daß 
ler Entwickelungsgang nicht überall ein gleichartiger, sondern nach den 
Verhältnissen ein verschiedener ist; die Thatsache der Ungleichheit der 
Bodenqualität bleibt aber darum doch bestehen, und das Ergebnis daraus 
ist, daß, weil der bessere Boden vermöge seiner chemischen und physi- 
kalischen Beschaffenheit bei gleichem Aufwand von Arbeit und Kapital 
größere Ernten liefert, er in diesem Ueberschusse wiederum Grund- 
vente erzeugt, die der leichteste Boden nicht gewinnt. 
Auch hier ist die zunehmende Bevölkerung genötigt, doch schließ- 
lich immer ungünstigeren Boden in Angriff zu nehmen, und, wenn eine 
längere Zeit eine Preissteigerung vermieden werden kann, weil der 
Niederungsboden .und der schwerere Lehmboden, der eventuell erst 
spätere zur Kultur herangezogen wird, an Erträgen mehr gewährt als der 
leichtere Boden, so hat auch dieses seine Grenze, und schließlich muß 
teils sehr dürftiger, teils entfernter Boden mit zu Hilfe genommen werden; 
denn, — und das ist eine weitere wichtige Lehre Ricardos, — 
schließlich verteuert sich die Produktion auf dem ursprünglich bebauten 
Boden durch gesteigerten Aufwand von Arbeit und Kapital erheblich, 
und es wird vorteilhafter, solchen höheren Aufwand zu unterlassen und 
dafür leichteren und dürftigeren Boden in Angriff zu nehmen, als ihn 
die‘ ursprünglichen Ansiedler ihren Verhältnissen entsprechend für 
lohnend erachteten. Auch hier hat Carey mit Recht gezeigt, daß 
vielfach ein neuer Aufwand, z. B. an Dünger, an Arbeit zur Reinigung 
des Ackers, Beseitigung des Unkrautes, Vertiefung der Ackerkrume, 
größere Ausgaben für besseres Saatgut eine außerordentliche Steigerung 
des Ertrages herbeiführen können, so daß nicht nur die Kosten gedeckt 
werden, sondern ein höherer Reinertrag gewonnen wird, als er bisher 
erzielt wurde, und daß gerade der gute Boden sich für solchen Auf-
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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