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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

Kahn, Geschichte des Zinsfußes in Deutschland. Stuttgart 1884. 
Knut Wichksell, Ueber Wert, Kapital und Rente. Jena 1893. 
Ders., Jahrb. für Nat.-Oekon. 1892. Bad. IV 
Da das Kapital den Ertrag der menschlichen Thätigkeit, wie wir Wesen der 
nachzuweisen suchen werden, über die eigene Wertverminderung hinaus Kapitalrente. 
zu steigern vermag, so kann man den Teil des Reinertrages eines 
Unternehmens, welcher auf die Leistung des Kapitals zurückzuführen 
ist, als besondere Kapitalrente bezeichnen. Sie läßt sich nur 
selten isolieren und in ihrer Höhe genau bestimmen, ist aber darum 
doch nachweisbar. Wenn ein Schneider bisher in der Woche nur 
einen Anzug fertigzustellen vermochte und dann durch Zuhilfenahme 
einer Nähmaschine das Doppelte fertig bringt, so wird eben diese 
Mehrleistung der Maschine zugeschrieben werden müssen, wenn sie 
auch allerdings allein nichts leisten kann, und der Schneider in einer 
anderen Weise thätig war. Wenn in einer Kattundruckerei die bis- 
herige Druckmaschine durch eine Walzenmaschine, die vier verschiedene 
Farben auf einmal aufträgt, ersetzt und dadurch mehr als das Drei- 
fache mit derselben Arbeitskraft der Dampfmaschine und der Hilfs- 
arbeiter geliefert wird, so tritt auch da ihre Leistung so klar zu Tage, 
daß sich die Rente (nach Abzug der Amortisations-, Reparaturkosten etc.) 
der darin angelegten Geldsumme berechnen läßt. In großen gewerb- 
lichen Unternehmungen, auf Landgütern, in einem kaufmännischen Ge- 
schäfte, wo das Zusammenwirken der drei Faktoren ein außerordent- 
lich kompliziertes ist, wird dagegen eine solche Isolierung nicht genau 
durchzuführen sein. 
Die aufgeführten Beispiele zeigen klar, daß das Kapital zur Er- 
zeugung neuer Produkte beiträgt und die Werterhöhung in der Pro- 
duktion steigert. Damit ist allerdings noch nicht gesagt, daß auch 
eine Rente erzielt wird, die dem Kapital selbst zufällt, denn die Wert- 
erhöhung kann sich auf den Betrag beschränken, der nötig ist, um 
das aufgewendete Kapital, das sich fortdauernd abnutzt, zu ersetzen. 
Von seiten der sozialistischen Richtung, insbesondere Rodbertus, 
wird auch die Erzielung eines solchen Ueberschusses geleugnet, oder 
in Arbeitslohn aufgelöst, da ja Kapital nichts als geronnene Arbeit 
sei (Marx). Der letztere Punkt kann unbeachtet bleiben, da er für 
die vorliegende Untersuchung gleichgültig ist und bei der Besprechung 
des Wertes und .der Produktionsfaktoren bereits berührt wurde. 
Die Begründung dafür, daß das Kapital einen Wertüberschuß 
liefern kann und im Durchschnitte erzielt, ist in sehr verschiedener 
Weise. zu führen gesucht, was besonders Böhm-Bawerk in der 
oben erwähnten Schrift ausführlich historisch-dogmatisch zusammenge- 
stellt und selbst geistvoll ergänzt hat. In der neueren Zeit ist ein 
leidliches Einverständnis von seiten der Autoritäten darüber erzielt. 
Die originelle Theorie Böhm-Bawerks verdient aber besondere Be- 
achtung. Nach ihm legt der Mensch „den gegenwärtigen Gütern einen 
gewissen Vorzug vor künftigen Gütern derselben Art und Zahl“ bei 
und ist daher auch geneigt, ihnen einen höheren Preis als den später 
zu erwartenden zu zahlen. „Die psychologischen Gründe wurzeln 
hauptsächlich in der Unsicherheit der Zukunft und in dem geringeren 
Bedacht, welchen die meisten Menschen auf die Sicherstellung ihrer 
künftigen Bedürfnisse nehmen; die technischen Gründe hängen haupt- 
sächlich mit gewissen Verhältnissen der Produktion, namentlich damit 
zusammen, daß die technisch ergiebigsten Produktionsmethoden die-
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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