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Nationalökonomie (Teil 1)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (Teil 1)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886436398
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-235143
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
Teil 1
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 389 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (Teil 1)
  • Title page
  • Contents
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie

Full text

. 36 — 
Schneidemaschine, welche Eisenplatten zerschneidet. Das ist der Fall 
bei dem primitiven Geräte aus der Wiege der Menschheit, wo ein ab- 
gerundeter und geschärfter Stein in einen Baumzweig gezwängt ist, um 
die Hubkraft des menschlichen Armes zu erhöhen, wie bei dem Dampf- 
hammer, der hunderte von Zentnern auf einmal auf das untergelegte 
Eisen herabschlägt. Als Kapital ist aufzufassen das Fabrikgebäude, 
wie die landwirtschaftliche Fläche, wo die Ackerkrume durch sorg- 
’ältige Behandlung und Düngung in ihrer physikalischen. und chemischen 
Beschaffenheit umgewandelt und zu größerer Tragfähigkeit gebracht 
ist. Der noch unberührte Boden dagegen wird in der Nähe der Stadt 
einen wertvollen Teil des Vermögens bilden, ohne darum Kapital zu 
sein. Der Nachdruck ist vielmehr darauf zu legen, daß durch mensch- 
liche Arbeit und Hinzufügung besonderer Hilfsmittel der Gegenstand 
sine höhere Brauchbarkeit erlangt hat. Das ist bei dem aus Eisen 
hergestellten Gerät oder der Maschine der Fall, wie bei der von 
Steinen, Wurzeln und Unkraut befreiten Ackerkrume, die vielleicht 
noch durch Drainage von überschüssigem Wasser befreit ist. 
Was dagegen nicht einen Teil des Vermögens bilden kann, alle 
inneren Eigenschaften, wie besondere Intelligenz Kenntnisse, Talente, 
ine gute Singstimme oder äußere Einrichtungen, wie z, B. der Staat, 
können trotz ihrer Nutzbarkeit als Kapital nicht angesehen werden, weil 
sie so wenig wie die freien Güter dem Werte nach geschätzt und 
zubsumiert werden können, Auch der Sprachgebrauch ist jener Auf- 
fassung, die z. B. Adolf Wagner vertritt, entschieden entgegen und 
benutzt den Ausdruck in dieser Weise höchstens im uneigentlichen Sinne. 
Schließlich ist die Art der Verwendung maßgebend. Wir 
scheiden daher aus dem Kapital die Konsumtionsgüter aus. Nur so 
ist das Kapital als Produktionsfaktor aufzufassen und der Natur, der 
wir das Kapital gegenüberstellten, an die Seite zu setzen. Begreift 
man auch die Konsumtionsgüter darunter, so fällt in der Hauptsache 
der Begriff des Kapitals mit dem des Vermögens zusammen, und der 
letztere reicht allein vollständig aus. Hiernach ist für uns das Wohn- 
gebäude für den Eigentünier, wenn er es nur allein benutzt, wohl Teil 
des Vermögens, aber nicht des Kapitals. Wenn dagegen der Fabrikant 
Gebäude an seine Arbeiter überläßt, so sind diese für ihn Kapital, 
and somit auch vom volkswirtschaftlichen Standpunkte. 
Es gehören ferner dazu die große Masse der Werkzeuge und 
Maschinen, welche die menschliche Arbeitskraft zu unterstützen be- 
stimmt sind, wie der Hammer die Hubkraft des menschlichen Armes 
erhöht, so die Zange die Greifkraft der Hand, sei es das kleine In- 
strument des Zahnarztes, oder die gewaltige, mit Kette und Dampf- 
maschine gehandhabte Zange, welche die glühenden Panzerplatten durch 
die Walzen hindurch zu zerren hat, um sie zusammenzuschweißen. So 
das Mikroskop und Fernrohr, die Sehkraft des Menschen zu unter- 
stützen, das Jagdgewehr oder die Kanone, um das Wurfgeschoß auf 
die gewaltigste Entfernung mit größter Treffsicherheit zu schleudern. 
Sie gehören unter dieselbe Kategorie der durch den Menschen her- 
gestellten Produktivmittel, die seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit 
in der neueren Zeit so enorm gefördert haben. Es zählt dazu aber 
auch die Kohle zur Dampferzeugung, das Getreide als Saatgut und 
Viehfutter, wie als Nahrungsmittel für die Arbeiter, aber nur vom 
volkswirtschaftlichen Standpunkte, während es von dem des Arbeiters 
aus Konsumtionsmittel ist. Kapital ist auch der Viehstand des Land-
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1902.
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