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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

— 219 — 
auf dem Meere noch durchaus nicht zu überwinden vermocht. So 
wären auch auf unserem Gebiete selbst durch die Vereinigung aller 
beteiligten Unternehmungen eines Landes ungünstige, ja selbst ruinöse 
Konjunkturen nicht auszuschliessen, weil dieselben immer allgemeiner 
international werden. Man müsste deshalb schon zu dem geschlosse- 
nen Handelsstaat Fichte’s übergehen, um die Ausgleichung zu bewirken. 
Aber auch dann würde man nur den Zweck erreichen, wenn man unzu- 
reichende Leistungen ebenso bezahlte wie die vorzüglichen, und der 
schlechten Leitung und trägen Arbeiterschaft die Ausbeutung der 
Tüchtigkeit gestattete. Nur in einem völlig ausgebildeten Sozialisten- 
staat, mit zentralisierter Ausgleichung des Verhältnisses von Produktion 
and Konsumtion und all den sonstigen zweifelhaften Segnungen des- 
selben ist die Verallgemeinerung der Produktivassociationen denkbar. 
Eine allgemeine Durchführung der Productivassociationen ist des- 
halb durchaus unmöglich, so lange die Menschen ihre jetzige Natur 
behalten und man auf die Hülfsmittel bei der Production und damit 
auf den Wohlstand nicht verzichten will, welche die moderne Kultur 
uns gewährt hat. Und auch in den Ver. Staaten von Nordamerika, 
wo der Arbeiterstand eine ungleich höhere Reife besitzt als hier, und 
daher weit eher hierfür geschaffen wäre, bleiben die Versuche durch- 
aus vereinzelt. 
Ganz anders sind diese Unternehmungen zu beurteilen, wenn sie Einzelne Ver- 
vereinzelt auftreten und erstrebt werden. Da kann es keinem Zweifel suche, 
unterliegen, dass sie nur mit Freuden zu begrüssen sind, weil sie die 
beste wirtschaftliche Schule für die Arbeiterklasse abgeben, um die 
Schwierigkeiten der Betriebsleitung und damit die Leistung der Unter- 
nehmer würdigen zu lernen. Gerade bei uns in Deutschland wäre es 
von der höchsten Bedeutung, die Arbeiterklasse mehr in reale Be- 
strebungen hineinzuziehen und sich in wirtschaftlichen Unternehmungen 
erproben zu lassen. Es gäbe kein besseres Mittel, sie von der unge- 
sunden sozialdemokratischen Richtung abzulenken. Anstatt die Gründung 
von Produetivassociationen zu erschweren, indem man den Arbeiter- 
vereinen die Korporationsrechte verweigert, Sollte man sie vielmehr 
darin möglichst unterstützen. Nach einem jeden grösseren Strike in 
industriellen Unternehmungen pflegt der Gedanke aufzutauchen, die 
arbeitslos gewordenen Leute zu einer Productivassociation zu ver- 
einigen. Die grösseren Gemeinden sollten dieselben thunlichst zu fördern 
suchen. Am ehesten pflegen dieselben zu gedeihen, wenn alte be- 
währte Unternehmer, die sich in patriarchialischer Weise einen tüchtigen 
Stamm von Arbeitern im Laufe der Zeit herangezogen haben, diesen 
allmählich das Geschäft selbst übergeben, sei es indem die Arbeiter 
Mitaktionäre werden und unter der Leitung des alten Besitzers all- 
mählich zum Selbstbetrieb erzogen werden oder indem derselbe zu- 
nächst das Kapital vorschiesst, den Betrieb den Arbeitern übergiebt, 
die aus den Ueberschüssen allmählich das Kaufkapital abzahlen. Der- 
artige Beispiele sind in den verschiedenen Ländern sowohl bei Fabrik- 
unternehmungen, wie bei Landwirtschaften mit Erfolg durchgeführt, 
aber sie sind Ausnahmen geblieben und werden es bleiben.
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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