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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

424 
Städte treten mit ihm in Konkurrenz. Schon Breslau kann unter 
Umständen besser thun, den Kaffee aus Hamburg zn beziehen, noch 
näher liegt dieses für Prag, und bei Wien kommt zugleich Triest. in 
Frage, welches auch schon mit Prag nähere Beziehungen hat. Wollte 
deshalb die Oderbahn diese Bezüge über ihre Geleise leiten und daran 
festhalten, so musste sie den entfenteren Städten Konzessionen machen, 
die für den Nahverkehr überflüssig waren. Galizien kann das Getreide, 
Böhmen das Holz nach den verschiedenen Richtungen verfrachten; um 
die Gegenstände auf die inländischen Bahnen zu führen und den Be- 
zug im Inlande zu ermöglichen, mussten exceptionelle Frachtermässig- 
ungen geboten werden. Es ist natürlich, dass dagegen die heimischen 
Produzenten Opposition machten, und die Beseitigung dieses Miss- 
brauchs war eine Notwendigkeit. Ein Entgegenkommen aber innerhalb 
der natürlichen Grenzen wird dagegen volkswirtschaftlich wie privat- 
wirtschaftlich durchaus angebracht sein. . 
In dem Kampf der verschiedenen Privatbahnen miteinander kam 
es vor, dass durch extreme Unterbietung eine Bahn grössere Unter- 
nehmungen, z. B. Bergwerke dazu brachte, ihre Güter auf erheblichen 
Umwegen über ihre Strecke zu befördern, statt auf dem kürzeren 
Wege der anderen Bahn. Dies schliesst eine volkswirtschaftliche Ver- 
geudung ein, die vom höheren Standpunkte aus nicht gerechtfertigt 
werden kann. 
Grössere Unternehmungen, welche regelmässig die Bahn in 
grösserem Massstabe in Anspruch nehmen, z. B. ein Bergwerk, welches 
täglich eine ganze Anzahl Waren befrachtet, können mit Recht einen 
gewissen Rabatt beanspruchen gegenüber denjenigen Kunden, welche nur 
ab und zu eine Wagenladung aufzugeben haben, oder gar nur eine 
teilweise, oder mit grosser Unregelmässigkeit. In dem ersteren Falle 
kann die Bahn sich leichter auf die Ansprüche einrichten und sie findet 
eine gleichmässigere Verwendung ihres Wagenmaterials, während die 
andern ihr Schwierigkeiten und Störungen durch plötzliche mehr oder 
weniger erhebliche Anforderungen bereiten. 
Handelt es sich um die Anlage einer Fabrik, eines Bergwerks, 
welche der Bahn wie der Volkswirtschaft in der Zukunft erhebliche 
Vorteile in Aussicht stellen, so wird es gerechtfertigt sein, denselben für 
die ersten Jahre Vergünstigungen zu teil werden zu lassen, um die 
Entwicklung zu fördern. ‘Also nicht uur eine Differenzierung, sondern 
auch Individualisierung zeigt sich als gerechtfertigt und notwendig. 
In Preussen herrscht eine nahezu völlige Einheitlichkeit der Tarif- 
vorschriften und der Tarifsätze selbst. Eine Abstufung findet nach 
der Schnelligkeit der Beförderung und der Art der Verpackung nach 
verschiedenen Wagenladungsklassen statt. Ferner sind nach der Quan- 
tität der Aufgabe und nach drei grossen Spezialtarifen verschiedene 
Sätze für Fabrikate, Halbfabrikate und Rohprodukte angesetzt, wenn 
sie in Quantitäten von 10000 kg und mehr aufgegeben werden. Neben 
den Streckensätzen sind noch besondere Expeditions- oder Abfertigungs- 
gebühren zu zahlen; und dies ist unbedingt gerechtfertigt, da hiermit 
gerade die grössten Umstände und Unkosten für die Bahnen verbunden 
sind. Bei grösseren Ladungen muss der Wagen schon eine Zeit lang 
vorher zur Beladung, sowie nach der Ankunft zur Entleerung zur Ver- 
fügung des Verfrachters stehen, und die Verladung selbst nimmt Zeit
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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