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Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

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Bibliographic data

fullscreen: Volkswirtschaftspolitik (2.1902)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886437130
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-233012
Document type:
Volume
Author:
Hesse, Albert http://d-nb.info/gnd/13348551X
Title:
Volkswirtschaftspolitik
Volume count:
2.1902
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1902
Scope:
XVI, 544 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Volkswirtschaftspolitik (2.1902)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Land- und Forstwirtschaft
  • Abschnitt II. Die stoffveredelnden Gewerbe
  • Abschnitt III. Der Handel, das Verkehrs- und Versicherungswesen
  • Abschnitt IV. Das Bevölkerungswesen
  • Abschnitt V. Armenwesen und Armenpflege

Full text

430 — 
Benutzbarkeit 
zu jeder 
Tageszeit. 
Aufnahme 
k«Jeiner Be- 
träge. 
Verzinsung. 
ine Sparsteelle auf 28,5 qkm, im Regierungsbezirk Merseburg auf 
35,5 qkm kommt, ist im Regierungsbezirk Bromberg dagegen erst auf 
254 qkm; in Köslin auf 342 gkm eine Kasse zu finden. In dieser 
Hinsicht wird die Einrichtung der Postsparkassen am meisten zu leisten 
vermögen, weil im ganzen Lande der Volksdichtigkeit entsprechend 
Postbureaus eingerichtet sind; während in Deutschland etwa 7000 An- 
1ahmestellen vorhanden sind, existieren 29 000 Postanstalten; ausserdem 
sönnten die Briefträger noch das Kinsammeln der Sparbeträge über- 
ıehmen, was namentlich von Scherl mit Recht als besonders wirksam 
>mpfohlen ist. 
2. Die Kassen müssen zu allen gelegenen Zeiten der Arbeiter- 
slasse zugänglich sein, damit sie ohne Zeitverlust eine Freistunde zur 
Zinlage oder auch zur Zurückziehung benutzen kann. Auch in dieser Be- 
nehung wird in Deutschland noch nicht das geleistet, was zu wünschen 
st, Neuere Angaben in dieser Hinsicht liegen uns nicht vor, aber von 
den 1878 im deutschen Reiche excel. Bayern und Württemberg vor- 
aandenen 1886 öffentlichen Sparkassen waren nur 230 täglich, 831 an 
allen Wochentagen geöffnet, die übrigen nur wenige Tage in der Woche, 
mitunter sogar nur einen Tag wöchentlich zugänglich. Ausserdem liegen 
lie betreffenden Stunden meist für den Arbeiter wenig günstig, am 
Vormittage. In dieser Zeit sind die Stellen dann meist stark belagert, 
so dass die Abfertigung sehr viel Zeitverlust für den Einleger in sich 
schliesst. Die in manchen Städten getroffene Einrichtung, dass be- 
nachbarte Läden die Einlagen aufnehmen, hat doch auch die Schatten- 
seite, dass dann von diesen für diesen Dienst als Aequivalent Bezug 
von Waren beansprucht wird, Wenn von deutschen Schriftstellern 
z. B. Roscher die Einrichtung unseres Sparkassenwesens als ein ganz 
vorzügliches, den Verhältnissen entsprechendes hingestellt wird, so liegt 
larin doch eine ganz gewaltige Ueberschätzung. Auch hier bieten die 
Yostsparkassen die vorzüglichste Ergänzung, da eben die Postbureaus 
len ganzen Tag geöffnet sind. 
3. Auch ganz kleine Summen müssen aufgenommen werden. In 
Deutschland geht man bis auf eine Mark herunter, in Frankreich 
bis auf einen Frank, Aber auch diese kleinen Summen haben sich 
vielfach noch als zu gross erwiesen. Deshalb hat man noch Ergänzungs- 
sparkassen eingerichtet, indem z. B. in Läden Sparmarken zu 10 Pf. 
verkauft werden, die in Sparkarten geklebt und dann in den Sparkassen 
zur Einzahlung acceptiert werden. Solche „Pennysavingbanks“ sind 
in England eingerichtet, sie existieren aber auch in Deutschland, z. .B. 
in Darmstadt seit 1880, wo schon in den ersten Jahren auf diese Weise 
über 50000 Mk. im Jahre den Sparkassen zuflossen. Hierher gehören 
auch die Schul- und Jugendsparkassen, welche als private Ein- 
cichtungen durch Annahme auch der kleinsten Beträge durch die Lehrer 
und Geistlichen die Jugend zum Sparen erziehen sollen. 
4. Die Verzinsung und zwar auf Zinseszins muss eine möglichst 
hohe sein, um einen Reiz zum Sparen auszuüben. Dabei ist es zugleich 
wichtig, für kleine Beträge, welche auf einen Namen eingetragen sind, 
eine höhere Verzinsung zu gewähren, als für grosse; einmal um für 
die ärmere Bevölkerung diesen Reiz möglichst zu erhöhen, auf der 
anderen Seite eine Ausnutzung der Sparkassen durch. die wohlhabenden 
Kreise zu verhindern. In dieser Beziehung wird nicht überall mit der
	        

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Volkswirtschaftspolitik. Fischer, 1902.
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