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Nationalökonomie (1.1915)

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Bibliographic data

fullscreen: Nationalökonomie (1.1915)

Multivolume work

Identifikator:
1847028748
Document type:
Multivolume work
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1896-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1886443912
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236258
Document type:
Volume
Author:
Conrad, Johannes http://d-nb.info/gnd/118521853
Title:
Nationalökonomie
Volume count:
1.1915
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1915
Scope:
XVI, 460 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriss zum Studium der politischen Oekonomie
  • Nationalökonomie (1.1915)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung
  • Abschnitt I. Die Lehre von der Produktion
  • Abschnitt II. Die Verteilung des Ertrages der Volkswirtschaft
  • Abschnitt III. Die Geschichte der Nationalökonomie
  • Index

Full text

— 114 — 
Süß’ Hypo- 
these. 
wieder bedeutende Opfer zu bringen, um das erst kürzlich hingegebene 
Gold wieder zurückzukaufen, ohne daß sie einen entsprechenden Ge- 
winn dafür in Aussicht hätten. Solange also die gegenwärtige Gold- 
produktion anhält, damit die erweiterte Goldwährung ohne Schwierig- 
keit aufrecht erhalten werden kann, ist an eine Durchführung des 
Bimetallismus absolut nicht zu denken. Damit ist aber nicht gesagt, 
daß nicht in der Zukunft Zeiten eintreten können, wo man auf diesen 
Gedanken zurückkommt, ja sogar genötigt sein kann, denselben zur 
Realisierung zu bringen. 
Die bimetallistische Bewegung ist in den 70er Jahren besonders 
durch den berühmten Wiener Geologen. Süß unterstützt, wo nicht 
ins Leben gerufen, der im seinem Werke „Die Zukunft des Goldes“ 
fachmännisch-“auseinandersetzte, daß die bisherige Produktion des 
Goldes auf die Dauer nicht aufrecht zu erhalten wäre, man vielmehr 
auf einen Rückgang derselben gefaßt sein müsse. Er wies darauf 
hin, daß bisher die Goldgewinnung hauptsächlich aus dem Schwemm- 
lande herstamme, wo durch Auswaschung in verhältnismäßig ein- 
facher und billiger Weise das reine Gold aus dem Quarzsande ge- 
wonnen wird. Dieses Schwemmland ist nach ihm in der Hauptsache 
erschöpft, wie z. B. in Kalifornien, und es sei nicht darauf zu rechnen, 
daß in den noch unbekannten Gegenden, wie Afrika, Australien, 
neues Schwemmland entdeckt werden würde. Es blieben also als 
weitere Quelle nur die Quarzgänge, welche bergmännisch ausgebeutet 
werden müßten und viel größere Kosten verursachten, auch nicht so 
große Quantitäten zu liefern vermöchten, wie dieses aus dem Schwemm- 
lande bisher möglich gewesen wäre. Süß stellte deshalb für die Zu- 
kunft Goldknappheit und Verteuerung des Goldes als unvermeidlich 
in Aussicht. Da nun damals gerade ein Rückgang der Produktion 
wirklich beobachtet wurde, so mußten diese Ausführungen den tief- 
sten Eindruck hervorrufen, und es erschien in der Tat gewagt, Gold 
zur Grundlage des Geldes zu machen und zum Wertträger desselben 
zu wählen, wo eine Verschiebung dieses Wertes bestimmt zu er- 
warten war. Nur wenige Jahre indessen vergingen, bis die Tatsachen .. 
sich ganz anders gestalteten, als Süß es in Aussicht gestellt hatte.‘ u“ 
Wir sahen, daß statt der Verminderung der Goldproduktion eine noch 
nie dagewesene Steigerung derselben eintrat, statt der Goldknapp- 
heit eine Ueberfülle beobachtet wurde. Dies war dadurch herbei- 
geführt, daß der bergmännische Betrieb auf Edelmetall durch ver- 
schiedene bedeutsame Erfindungen einen außergewöhnlichen Auf- 
schwung erhielt. Einmal wurden Maschinen hergestellt, durch welche 
die Gesteine weit billiger und in größeren Massen aus den Quarz- 
gängen herausgebrochen und zerkleinert werden konnten, so daß auch 
die tieferen Schichten, die besondere Schwierigkeiten boten und des- 
halb der großen Kostspieligkeit wegen, wie namentlich in Australien, 
aufgegeben waren, jetzt von neuem und mit großem Erfolg ausge- 
beutet werden konnten. Außerdem kam hinzu, daß mehrere neue 
Verfahren der chemischen Ausscheidung des Goldes aus dem Erz er- 
funden wurden, wodurch dasselbe mit größerer Vollständigkeit und 
weit billiger gewonnen werden konnte. Da nun zur selben Zeit noch 
die erheblichen Goldlager in Transvaal entdeckt wurden, konnte mit 
Hilfe der neuen Maschinen und der neuen Methoden billiger und in 
Massen mit verhältnismäßig geringeren Arbeitskräften Gold gewonnen 
und trotz des beregmännischen Betriebes mithin Ersatz für das aus-
	        

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Nationalökonomie. Fischer, 1915.
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