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Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

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Bibliographic data

fullscreen: Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)

Multivolume work

Identifikator:
1887156356
Document type:
Multivolume work
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1900-
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Volume

Identifikator:
1887156429
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-236518
Document type:
Volume
Author:
Schmoller, Gustav von http://d-nb.info/gnd/118609378
Title:
Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft
Volume count:
1.1901
Place of publication:
Berlin [u.a.]
Publisher:
Duncker & Humblot
Year of publication:
1901
Scope:
XIII, 482 Seiten
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Multivolume work
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Grundriß der allgemeinen Volkswirtschaftslehre
  • Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Literatur und Methode. Land, Leute und Technik. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft (1.1901)
  • Title page
  • Contents
  • Einleitung. Begriff. Psychologische und sittliche Grundlage. Litteratur und Methode
  • Erstes Buch. Land, Leute und Technik als Massenerscheinung und Elemente der Volkswirtschaft
  • Zweites Buch. Die gesellschaftliche Verfassung der Volkswirtschaft, ihre wichtigen Organe und deren Hauptursachen
  • Index

Full text

Die Erdteile und Länder in ihrer Eigentümlichkeit. 129 
mäßigsten mit Regen versehen und daher ein Wald- und Ackerbauland ersten Ranges 
Peschel sagt, seinem „schlechten“ Wetter dankt es seine hohe Kultur), mit Halbinseln 
und Inseln aller Art, welche teilweise in die subtropische Zone reichen, auch im Norden 
eine ganz andere wirischaftliche Entwickelung gestatten als die anderen nördlichen Erd— 
mußte es in der Hand der arischen Stämme die Führung der Menschheit an 
iich reißen. 
Rord- und Südamerika sind zwei Weltteile für sich; gestreckter als Asien und 
Afrika, kompakter als Europa, durch alle Zonen reichend, mit einem Drittel Gebirge, 
zwei Dritteln tiefen Flachlandes, das durch große Ströme und Seen leicht zugänglich 
ist, hat es in der Hand der Kulturmenschen die größte Zukunft. Das Mississippi— 
becken hat vielleicht die Aussicht, das dichtbevölkertste, reichste einheitliche Gebiet der 
Erde zu werden. 
Australien ist der am längsten abseits gebliebene Erdteil; unaufgeschlossen, vielfach 
Steppe oder Hochplateau, mit den polynesischen Inseln bis vor kurzem den Menschen, 
Mitteln und Tieren der Kultur fast unzugänglich, hat es erst jetzt eine gewisse, allerdings 
rasch wachsende Kultur erhalten. Aber die Lage und die Bodengestaltung bleiben er— 
schwerend, freilich nicht so wie für die Gebiete der weiter nach Süden reichenden Rand— 
völker, welche noch mehr als die nordischen durch Kälte, Kargheit der Natur, isoliertes 
deben und Entfernung von den Mittelpunkten der höheren Kultur wohl immer auf 
aiedriger Stufe der wirtschaftlichen Entwickelung verharren werden. 
Wie die Erdteile im großen, so können wir die Länder im kleinen als Individuen 
erfassen. Sind ihre Grenzen auch oft mehr durch historisches Schicksal bestimmt gewesen 
uind immer wieder verrückt worden, im ganzen betraf das doch mehr die Gestaltung im 
einzelnen, nicht die wichtigeren Züge. Die Inseln und Halbinseln sind am deutlichsten 
Jeschlossene Einheilen. Äber auch auf die anderen Länder haben stets wieder die Gebirge, 
die Seen und Flüsse, die Moräste und Wüsten, die Lage zum Meere grenzbildend eingewirkt 
und so natürliche Einheiten des Gebietes geschaffen. Wie schon die ursprünglichsten 
Wanderungen der Pflanzen, der Tiere und der Menschen durch diese natürlichen Grenz⸗ 
raktoren bestimmt und die Ausbildung eigentümlicher Arten — nach Moritz Wagners 
Migrationstheorie — so erzielt oder begünstigt wurden, so waren auch später alle 
Bewegungs- und Entwickelungsvorgänge des gesellschaftlichen Lebens von diesen grenz— 
hildenden Ursachen beherrscht: sie haben die Lünder zu natürlich geschlossenen, einheit— 
lichen Schauplätzen des wirtschaftlichen und politischen Lebens gemacht. Und die mehr 
oder weniger vorhandene Einheitlichkeit des Schauplatzes, die Wirkung derselben Ursachen 
durch Jahrhunderte und Jahrtaufende erzeugte bestimmte wirtschaftliche Zustände und 
Kulturergebnisse. Die phönicische Kultur konnte nur in der Ecke des Mittelmeeres, die 
igyptische nur am Nil, Deutschlands Ackerbauleben nur in der Mitte Europas, die 
britische Welthandelsherrschaft nur an den englischen Küsten entstehen. Sagt doch selbst 
der idealistische Ranke: die ägyptische Religion ist auf die Kultur des Nillandes, die 
bersische auf den Anbau im Jran gegründet. 
Alle folche natürliche Gebietsbildung ist aber stets nur so zu verstehen, daß die 
Entwickelung der wirtschaftlichen oder sonstigen Kultur durch sie eine gewisse Richtung 
erhält, daß gewiffe Hemmungen und Möglichkeiten dadurch gegeben sind. Wie fie 
aberwunden oder benutzt werden, hängt von der Rasse, dem Stande der Moral und 
der Technik, der sonstigen wirtschaftlichen, politischen und geistigen Erziehung und 
Schulung der Menschen ab. Wie oft hat man z. B. die Wirkung der Natur auf die 
Größe der Staaten überschätzend behauptet, die europäisch-afiatische Tiefebene erzeuge 
direkt große, das westeuropäische Stufenland kleine Staaten. Wahr ist, daß die ver— 
ichiedene Ratur Derartiges begünstigt hat, und wenn Rußland heute in Europa 5,4 (im 
Janzen 22,4) Mill. qkm, Deutschland 0,540, Frankreich O,5328, Großbritannien 0,318, 
die Schweiz 0,041, Dänemark 0,088 Mill. gkm im Zusammenhang besitzt, so ist das 
mmer ein Beweis für diese Begünstigung. Aber auch das heutige Rußland hat Epochen 
ahlreicher kleiner Staaten, und Westeuropa hat zu verschiedenen Zeiten ganz verschieden 
große politisch-wirtschaftliche Körper gehabt. 
Schmoller, Grundriß der Volkswirtschaftslehre. J. 4.-6. Aufl.
	        

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Holländische Wirtschaftsgeschichte. Fischer, 1927.
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